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Lorraine Fouchet – Ein geschenkter Anfang

»Wer auf meiner Beerdigung weint, mit dem rede ich kein Wort mehr«, hat Lou oft gewitzelt. Lou, die auf der kleinen bretonischen Insel ein echter Paradiesvogel war und von allen geliebt wurde. Lou mit ihren Spleens – Champagner, bitte, aber nur von Mercier! – und Macken – sie kochte miserabel, aber mit Liebe –, einem Lachen, das lauter war als das Kreischen der Möwen, und einem Herzen so weit wie das Meer. Nun ist Lou tot – und die Familie droht auseinanderzubrechen. Im Testament bittet sie ihren Mann Jo, ihr einen letzten Wunsch zu erfüllen: Er soll das zerrüttete Verhältnis zu ihren erwachsenen Kindern Cyrian und Sarah wieder kitten und beide glücklich machen. Erst dann darf er Lous letzten Brief lesen – der versiegelt, natürlich in einer Champagnerflasche, auf ihn wartet. Eine Flaschenpost, die das Leben einer ganzen Familie verändert.

KURZ GESAGT

„Ein geschenkter Anfang“ ist ein wunderbarer Familienroman, der besonderen Art. Er zeigt auf sehr eindringliche und berührende Weise, wie es durch mangelnde Kommunikation und vielen Missverständnissen zur Zerrüttung von Familien kommen. Es geht in diesem Buch aber nicht nur um die Familie, sondern auch um die große Liebe und um Verluste. Um ein Ende und gleichzeitig einen Neubeginn. Durch den Perspektivenwechsel der Charaktere bekommt man als Leser ein sehr genaues Bild über die einzelnen Protagonisten und wird damit ihrem Denken und Handeln näher gebracht. Man wird in die emotionalen und teils gefühlsgesteuerten Szenen direkt miteinbezogen. Einziger Negativpunkt: Ich hatte starke Probleme mit dem Schreibstil und der gewählten Ausdrucksweise. Ich hatte mehrfach das Gefühl, die Geschichte wird mir von einem Kleinkind erzählt. Oft war es für mich so abgehackt und nicht dem Roman entsprechend. Daher habe ich auch sehr lange gebraucht, um überhaupt in dieses Buch zu finden.

ABSCHLUSSWORTE

Lorraine Fouchets Roman „Ein geschenkter Anfang“ ist ein berührender Familienroman, in dem es um Ende und Neuanfang geht. Das Thema ist gut gewählt und umgesetzt worden, durch die verschiedenen Perspektiven kann man sich gut in die Charaktere hineinfühlen. Ich hatte durchaus schöne und angenehme Lesestunden mit diesem Buch, jedoch auch leider einige Probleme mit dem Schreibstil, der für mich nicht zum Roman passte.

4/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

Atlantik Verlag | März 2017 | 368 Seiten | Einzelband | Hardcover | 20,00 EUR
Originaltitel: Entre ciel et Lou | übersetzt von Sina de Malafosse

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