Bernhard Aichner – Totenfrau

Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder, sie besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness. Blum fährt Motorrad, sie trinkt gerne und ist glücklich verheiratet. Blums Leben ist gut. Doch plötzlich gerät dieses Leben durch den Unfalltod ihres Mannes aus den Fugen. Vor ihren Augen wird Mark überfahren. Fahrerflucht. Alles bricht auseinander. Blum trauert, will sich aber mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Das Wichtigste in ihrem Leben ist plötzlich nicht mehr da. Ihr Halt, ihr Glück. Durch Zufall findet sie heraus, dass mehr hinter dem Unfall ihres Mannes steckt, dass fünf einflussreiche Menschen seinen Tod wollten. Blum sucht Rache. Was ist passiert? Warum musste Mark sterben? Als sie die Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos. Warum sie das tut? Warum sie dazu fähig ist? Die Antwort darauf liegt Jahre zurück.

KURZ GESAGT

Alles was sie gesehen hat in ihrem Leben, ist wie ein Witz, lächerlich gegen das, was vor ihr liegt. Ihre Liebe, totgefahren, auseinandergerissen, ausgehöhlt. S. 60

Bernhard Aichner hat mit „Totenfrau“ einen Thriller geschrieben, der von seiner Hauptprotagonistin Blum lebt. Wie sie mit dem Tod ihres Mannes umgeht, was sie macht, wie sie ihre Rache plant und letztendlich durchsetzt. Im Grunde ist es eine einfache Handlung, die auf ein ziemlich vorhersehbares Ende hinausläuft. Das hat mich persönlich jedoch nicht gestört, da ich es doch irgendwie spannend fand, Blums Rachefeldzug zu verfolgen. Allerdings verlief mir hier einiges zu glatt und zu reibungslos. Das hat vor allem mit der Tätersuche zu tun, die Blum alle fast auf Anhieb ausfindig macht. Ein vorantreibender, minimalistischer Schreibstil lässt einen quasi durch die Seiten jagen. Anfangs ist Aichners Erzählweise etwas gewöhnungsbedürftig, denn er verwendet kurze Sätze und knappe Dialoge. Er erzählt nur das Wichtigste, ohne großes Drumherum. Dafür erscheint der Stil aber auch umso eindringlicher. Vieles war hier brutal, auf die Realitätsnähe will ich jetzt aber lieber nicht eingehen. Auch die Rache von Blum war kaltherzig und gewalttätig, aber alles in einem ertragbaren Maße zu lesen.

ABSCHLUSSWORTE

Es ist vor allem der minimalistische Schreibstil und die Protagonistin Blum, die „Totenfrau“ ausmachen und einen durch die Seiten jagen lassen. Einiges erschien mir zu glatt oder zu realitätsfern. Dennoch lässt sich mit Spannung verfolgen, wie Blum die Mörder ihres Mannes ausfindig macht und ihre ganz persönliche Rache nimmt. Und das alles auch noch in einem ertragbaren Rahmen.

4/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

BTB Verlag | März 2014 | 444 Seiten | Band 1 | Hardcover | 19,99 EUR


Band 1: Totenfrau | Band 2: Totenhaus | Band 3: Totenrausch

2 Comments

  1. Der Schreibstil ist großartig!! 😀

    Nein, er ist halt Geschmackssache, der Schreibstil, die einen lieben ihn, die anderen mögen ihn nicht, ich finde ihn extrem kunstfertig und einmalig, lauter Momentaufnahmen. Ist aber eben nicht jedermanns Sache, ganz klar.

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