Ich liebe Musicals. Und ich liebe Disney. Der Herzmann hatte damit also das perfekte Geburtstagsgeschenk für mich auf Lager, in dem er mir zwei Karten für „Der Glöckner von Notre Dame“ schenkte. Knapp 9 Monate musste ich auf diesen Tag warten. Am 14.10. war es dann endlich soweit und wir sind zusammen in das Musical in meiner Heimat Berlin gegangen. Ungefähr eine Woche vorher habe ich mir nochmal fix die Disney-DVD angesehen und hatte mich da schon gefragt, wie man das bitte als Musical umsetzen will.

Handlungsmäßig erspare ich mir an dieser Stelle die dramatische Geschichte des Glöckners Quasimodo, der aufgrund seines Aussehens im Glockenturm Notre Dames aufwächst. Ich denke, jedem ist die Geschichte bekannt. Daher will ich gleich zum Musical übergehen.

Die Umsetzung und Inszenierung des Disney-Klassikers war gewaltig. War ich anfangs skeptisch, wie die Umsetzung aussehen soll, wurde ich hier mehr als überzeugt. Alles was geht, wurde aus diesem Musical rausgeholt und ich war vom ersten Ton an begeistert. Geht der Disney-Film selbst knapp 1,5 Stunden, wurde das Musical handlungsmäßig auf fast 2,5 Stunden (ohne Pause) ausgeweitet, wodurch die Geschichte meiner Meinung nach mehr Tiefe gewann. Eine zweieinhalbstündige Geschichte rund um Liebe, Freundschaft und Verrat. Und songmäßig wurde ebenfalls  einiges hinzugefügt, was man so aus der Disney-Vorlage nicht kennt. An einigen Stellen hat es auch nichts mehr mit dem niedlichen Kinderfilm zu tun, sondern dann scheint es, als wäre das hier die etwas schonungslosere Erwachsenenversion.

WENIGE MITTEL MIT GANZ GROßER WIRKUNG

Das Bühnenbild war schlicht, aber beeindruckend. Überall mächtiges Holz, welches die Kathedrale von Notre Dame darstellt. Riesige Glocken, die bei Bedarf von der Decke herabgelassen werden und den Glockenturm darstellen. Wirklich fasznierend fand ich, wie jeglicher Umbau immer direkt auf der Bühne stattfand. Kenne ich es sonst, dass kurz das Licht ausgeht oder der Vorhang zufällt, verwandelte sich das Bühnenbild während der Handlung immer in Sekunden in den Glockenturm, den Marktplatz oder den Hof der Wunder. Auch sehr faszinierend war, wie Darsteller Milan van Waardenburg erst als „normale“ menschliche Gestalt auf die Bühne tritt und sich dann erst vor den Augen der Zuschauer in Quasimodo verwandelte. Was hier sehr wenig Aufwand darstellt, hatte aber die ganz große Wirkung. Auch die Gestaltung und der Umbau der einzelnen Bühnenbilder zeigen, dass man mit wenigen Mitteln starke Bilder und beeindruckende Effekte erzielen kann.

PERFEKTES ENSEMBLE

Was die Besetzung angeht kann ich hier nur ebenfalls ein großes Lob aussprechen. An diesem Abend hat bis auf Quasimodo immer die Erstbesetzung gespielt, aber auch Milan van Waardenburg als Zweitbesetzung Quasimodos konnte auf ganzer Linie überzeugen. Für mich war er der perfekte Glöckner. (Und mein Gott, kann der Kerl hoch singen!) Sie alle beeindrucken mit charismatischen Darstellungen ihrer Rolle, gewaltigen Stimmen, emotionalen Songs und ausgezeichneter Schauspielkunst. Bonus: Begleitet werden die Darsteller von einem Chor im Hintergrund. Singen Darsteller und Chor zusammen, ist die Gänsehaut schon so gut wie vorprogrammiert. Besondere Highlights: „Das Feuer der Hölle“ gesungen von Felix Martin alias Erzdiakon Frollo oder „Hilf den Verstoßenen“ von Sarah Bowden alias Esmeralda. Ebenfalls sehr geschickt eingebunden wurde das restliche Ensemble, indem diese als Erzähler heraustreten und damit einzelne Handlungsabschnitte verknüpfen.

ABSCHLIEßEND

Ich habe in meinem Leben wirklich schon einige Musicals gesehen, unter anderem auch Disney-Inszenierungen wie „Die Schöne und das Biest“ in Berlin oder „The Lion King“ in London (übrigens mein absoluter Lieblings-Disneyfilm). Jedes einzelne Musical habe ich genossen und auf seine Art geliebt. Aber „Der Glöckner von Notre Dame“ ist bisher das Musical, das mich am meisten begeistert und berührt hat.

Ab November wird das Musical in München aufgeführt, ab Februar 2018 kann man es sich dann in Stuttgart ansehen. Wer also in der Umgebung wohnt (und zugegeben das nötige Kleingeld aufbringen kann), sollte das bitte nicht verpassen.

DIE BESETZUNG AM ABEND

Quasimodo – Milan van Waardenburg
Esmeralda – Sarah Bowden
Erzdiakon Frollo – Felix Martin
Hauptmann Phoebus de Martin – Maximilian Mann
Clopin Trouillefou – Jens Janke

Was haltet ihr von Musicals? Seid ihr davon auch so begeistert wie ich oder ist das so gar nicht eure Welt?

Alles Liebe, Ela ♥

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