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Laura Tait & Jimmy Rice – Alles, was vielleicht für immer ist

Rebecca und Ben ergänzen sich perfekt: Er weint manchmal, wenn er kitschige Liebesfilme sieht. Ihre Augen tränen noch nicht mal beim Zwiebelschneiden. Während sie als Architektin Karriere macht, weiß er nicht so genau, was er mit seinem Leben anfangen möchte. Ihm fällt es leicht, mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen. Sie hasst Small Talk. Genau aus diesen Gründen sind die beiden das perfekte Paar. Nichts kann sie auseinanderbringen. Das glauben sie zumindest. Wenn da nur nicht diese eine Sache wäre, die Ben Rebecca eigentlich noch hätte sagen müssen und die sie schließlich selbst herausfindet. Auf einmal sind die beiden gezwungen, alles zu hinterfragen, was sie je voneinander wussten …

KURZ GESAGT

‚Weißt du, wie oft das Herz eines Menschen im Durchschnitt schlägt?‘
‚Klär mich auf.‘
‚Drei Milliarden Mal, wenn die Leute Glück haben. Du darfst deine Zeit nicht verschwenden, indem du nur rumhängst und dich bemitleidest. Du musst so vielen dieser Herzschläge wie möglich eine Bedeutung geben.‘ S. 247

Sie sind die berühmten Gegensätze, die sich anziehen. Rebecca ist unnahbar, hat Schwierigkeiten Gefühle zu zeigen und lebt für ihren Job als Architektin. Ben dagegen ist offen und herzlich, hat aber noch kein richtiges Ziel im Leben. Obwohl sie so unterschiedlich sind, scheinen sie sich perfekt zu ergänzen. Jedoch spürt man auch die Unsicherheit, da beide sich bestimmte Gedanken machen, die sie aber aus Angst vor der Reaktion des anderen nicht laut aussprechen. Der Schreibstil sowie die zwei verschiedenen Sichten helfen dabei gut, die Protagonisten zu verstehen, aber das Hin und Her sowie das aneinander vorbeireden von Ben und Rebecca empfand ich mit der Zeit als sehr anstrengend. Der Einstieg in die Geschichte gefiel mir ziemlich gut, jedoch haben Rebecca und Ben im Verlauf einige Schwierigkeiten zu meistern. Vieles dreht sich dann im Kreis, die Geschichte gerät ins Stocken und wird dadurch teilweise zäh und langatmig. Außerdem ist man aufgrund der Sturheit und Eigensinnigkeit der beiden Protagonisten irgendwann nur noch genervt. Die wenigen Stellen, in denen die Handlung wieder in die Gänge kommt, können das leider nur bedingt wieder gut machen.

Was mich persönlich ebenfalls sehr gestört hat und was ich einfach nicht nachvollziehen kann, ist, dass es zum Ende ein sehr einschneidendes und vor allem trauriges Erlebnis gibt. Wirklich, ich verstehe nicht, wie Laura Tait und Jimmi Rice dem Leser so das Herz brechen können. (Falls ihr das Buch lest, werdet ihr wissen, worauf ich hinaus will). Wollten sie die teilweise nicht vorhandene Spannung wieder aufbringen? Oder wollten sie irgendein Drama projizieren, was zu einer unvorhergesehenen Wendung führen könnte? Ehrlich, ich weiß es nicht und dieser Verlauf tat mir tief in meinem Leserherz weh.

ABSCHLUSSWORTE

„Alles, was vielleicht für immer ist“ ist ein moderner Liebes- und Beziehungsroman, der nach einem guten Start jedoch mit vielen Längen in der Handlung einiges an Geduld fordert. Manchmal habe ich das Buch gerne gelesen, oft wollte ich es jedoch auch abbrechen. Es gab einige schöne Szenen, aber mindestens genauso viele kosteten mich Nerven und die Motivation zum Weiterlesen. Damit gehört das Buch für mich eher zur Kategorie „Kann man lesen, muss man aber nicht“, da mir das erste Buch des Autorenduos „Das Beste, das mir nie passiert ist“ weitaus besser gefallen hat.

3/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

Dumont Verlag | September 2016 | 420 Seiten | Einzelband | Taschenbuch | 10,00 EUR
Originaltitel: The night that changed everything | übersetzt von Marion Herbert

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