Sie haben deinen Ehemann brutal ermordet – jetzt bedrohen sie deine Kinder! Wie weit wird die junge Witwe Valentina gehen, um ihre Familie zu beschützen?
Problemlöser David Gross soll den Feuertod einer jungen Frau aufklären und gerät dabei selbst in lebensgefährliche Ermittlungen. Doch die Sorge um seine eigene Familie lenkt ihn bald mehr ab, als ihm lieb ist ..
 

MEINE MEINUNG

Wer plötzlich unbändige Lust auf einen Krimi bzw. Thriller verspürt, landet vermutlich früher oder später bei Martin Krist. So auch ich, wobei „Brandstifter“ mein erstes Buch des Autors war. Krist haut einem hier gleich drei Handlungsstränge um die Ohren, die nicht nur auf den ersten Blick absolut nichts miteinander zu tun haben, von denen man aber sicher ist, dass sie irgendwie zusammenhängen müssen. Warum sonst, sollte der Autor diese wohl in seinem Buch anbringen?

Und das ist der springende Punkt: Man weiß, es gibt einen Zusammenhang und man hat keine Ruhe, bis man diesen Zusammenhang herausgefunden hat. Kurze Kapitel, ein häufiger Sicht- und Szenenwechsel sowie viele kleine Cliffhanger treiben die Spannung mit jeder weiteren Seite nach oben. Gemeinsam mit dem rasanten Erzählstil von Martin Krist jagt man als Leser durch die Seiten. Der Schreibstil selbst ist dabei sehr flüssig und unkompliziert zu lesen. Besonders gefreut hat mich, dass die Handlung in meiner Heimatstadt Berlin spielt und ich quasi so viele Orte direkt vor Augen und gleich im Gefühl hatte. Aber ich glaube, auch als Nicht-Berliner bekommt man die laute, unschöne, dreckige aber irgendwie auch coole und faszinierende Atmosphäre Berlins zu spüren. (by the way: Einer der Gründe für meine Hassliebe zu meiner Heimat). Aber Fakt ist auch – dieses Buch fordert Konzentration und Aufmerksamkeit, da die Handlung und die Zusammenhänge doch komplexer sind, als man zunächst annimmt. Der zweite Punkt ist, dass die Handlung sich zusätzlich auf unterschiedlichen Zeitebenen bewegt. Es hat tatsächlich eine Weile gedauert, bis ich das gecheckt habe, weswegen besonders am Anfang doppelt so viele Fragezeichen in meinem Kopf waren als ohnehin schon.

Während des Buches tritt Privatermittler David Gross auf die Bildfläche, der bereits aus zwei Vorgängerbänden bekannt ist. Ich selber kenne die Vorgängerbände nicht, hatte jedoch kaum Probleme, in Davids Vergangenheit hineinzufinden, da Martin Krist dem Leser ein paar wichtige Infos über ihn bietet. Ob David Gross mir sympathisch ist, ist allerdings die andere Frage. Einerseits war er sehr schweigsam und geheimnisvoll, auf die andere Weise aber unglaublich cool.

Zwar wurden die Handlungsstränge zum Ende hin clever zusammengeführt und aufgelöst, das Ende konnte mich trotzdem nicht vollends überzeugen. Nicht nur, dass einige Fragen noch offen blieben, das Ende kam auch noch so plötzlich, sodass ich ziemlich verwirrt auf mein Tablet starrte. Ich habe sogar eine Freundin, die das Buch bereits gelesen hat, gefragt, ob das Buch wirklich so endet, oder ob mein Reader das Buch einfach nicht vollständig bis zum Schluss geladen hat. Vielleicht war das aber auch bewusst so gewählt, damit die Figur David Gross in einem noch zu schreibenden Band nochmal seinen großen Auftritt erhält. Das wird sich aber wohl noch zeigen.

 

ZUSAMMENFASSEND

Martin Krist Fans wissen schon, warum sie immer wieder zu Büchern des Autors greifen, denn er hat es eindeutig drauf. Voller Spannung und in rasantem Tempo liest man jede Seite von „Brandstifter“ mit fast schon angehaltenem Atmen. Drei unterschiedliche Handlungsstränge und viele Sichtwechsel fesseln dabei zusätzlich an das Buch. Allein das Ende konnte mich nicht voll überzeugen, weswegen es auch Punktabzug gibt. Aber sicher ist trotzdem – das hier war zwar vielleicht mein erstes, aber garantiert nicht mein letztes Buch des Autors.

4/5 Punkte

LITERARISCHE INFOS

Edel Elements | Februar 2017 | 473 Seiten | Band 3 (unabhängig voneinander lesbar) | eBook | 6,99 EUR

3 Replies to “Martin Krist – Brandstifter”

  1. Liebe Ela,
    das Buch hatte meine Schwester ebenfalls gelesen und fand das Buch gar nicht so schlecht!
    Eine Frage hätte ich noch mal zur Paper-Trilogie. Ich wollte das Buch auch lesen, aber ich war mir unsicher ob die Trilogie nicht doch eher in die “Erotik” richtung geht. Ist das so oder hält sich das in Grenzen?
    Liebe Grüße, Vivi

    1. Hallo Vivi,
      uff schwierig. Ich würde es jetzt nicht direkt als Erotik bezeichnen. Klar gibt es mal mehr und mal weniger Sex. Aber es gibt auch noch viele andere Themen in der Reihe, daher denke ich, es ist ok und das Maß an Erotik akzeptabel 🙂

      Alles Liebe, Ela

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