Fantasy, Dystopie & Science-Fiction, Jugendbücher, Rezension

Jennifer Benkau – Dark Canopy

Die Percents, für den dritten Weltkrieg geschaffene Soldaten, haben die Weltherrschaft übernommen und unterjochen die Menschen. Rebellenclans versuchen, außerhalb des Systems zu überleben. Mit ihnen kämpft die 20-jährige Joy gegen das Gewaltregime. Doch dann fällt sie dem Feind in die Hände und muss feststellen, dass sich auch unter den vermeintlichen Monstern Menschlichkeit findet. Und sogar noch mehr…

 

MEINE MEINUNG

Helden findet man dort, wo man nicht nach ihnen sucht. S. 406

Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen und für meine Verhältnisse echt schnell durchgelesen. Der Schreibstil der Autorin war einfach, verständlich und flüssig. Gerade bei so fiktionalen Geschichten, finde ich die Beschreibungen sehr wichtig. Immerhin sind zum Teil Sachen oder Wesen wie die Percents dabei, die es eigentlich gar nicht gibt. Das hat die Autorin sehr gut hinbekommen. Sie hat eine gute Wortwahl getroffen, sodass ich mir alles sehr lebhaft vorstellen und mich in die Situation hineinversetzen konnte. Die meiste Zeit ist das Buch aus der Sicht von Joy geschrieben, gelegentlich aus der Sicht von Matthial, Joys bestem Freund. Durch die Sicht von Joy war man mitten im Geschehen, ihrem denken, handeln und ihren Gefühlen.

Joy ist eine Rebellin – kämpferisch, willensstark, selbstbewusst und nicht auf den Mund gefallen. Was sie sich in den Kopf gesetzt hat, will sie auch bekommen. Allerdings ist sie auch verletzbar, was sie der Welt aber nur selten zeigt. Sie versteckt ihre Gefühle und manchmal will man sie nur schütteln und zu ihrem Glück zwingen. Bei Neél bekommt man schon nach den ersten drei Sätzen Angst vor ihm. Er hatte etwas Bedrohliches an sich und ist zudem geheimnisvoll, launisch, brutal  und unausstehlich. Doch man merkt schnell, dass er anders ist. Neél überzeugt genauso wie Joy auf ganzer Linie. Am Anfang konnten sich die beiden nicht leiden. Für Joy war es ein Albtraum, in Gefangenschaft zu leben, Neél fand es grausam, Joy als Soldatin ausbilden zu müssen. Sie hassten sich und das mehr als offensichtlich. Jedoch merkt Joy schnell, dass Neél anders ist als die anderen Percents. Er ist irgendwie menschlich, selber ein kleiner Rebell, weil er es nicht gutheißt, wie die Percents mit den Menschen umgehen. Es kommt wie es kommen muss – sie verlieben sich ineinander. Die Liebe entwickelt sich langsam und leise und berührt wahrscheinlich gerade aus diesem Grund. Die Liebe hat sozusagen die kompletten 525 Seiten Zeit zu wachsen und zu gedeihen. Und letztendlich ist es auch Neél der Joys komplettes Weltbild ins schwanken bringt.

Die Handlung ist relativ übersichtlich. Fast das ganze Buch dreht sich um die Soldatenausbildung von Joy. Die Entwicklung der beiden fand ich toll, wie sie sich  langsam näher kamen und schließlich ineinander verlieben, weil sie sich irgendwann einfach nicht mehr hassen konnten. Auch das es Percent-Rebellen gibt, fand ich interessant, weil, man das so auf den ersten Blick überhaupt nicht erwartet. Diese Nebensachen, machten das Buch spannend und abwechslungsreich für mich.

 

ABSCHLUSSWORTE

Ein wunderbares Buch. Unfassbar düster, spannend, mitreißend und grandios. Absolut lesenswert und fortan ein Lieblingsbuch mehr.

Buchliebe ♥


LITERARISCHE INFOS

script5 Verlag | März 2012 | 525 Seiten | Band 1 | Hardcover | 18,95 EUR


Band 1: Dark Canopy | Band 2: Dark Destiny

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