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Jennifer Benkau – Dark Destiny

Achtung Fortsetzungsband! Eventuelle Spoilergefahr zum Vorgängerband!

Hilflos musste Joy mit ansehen, wie Neél von ihren eigenen Leuten gefangen genommen und gefoltert wurde. Ihre große Liebe, all ihre Hoffnungen und Zukunftspläne zersplittern zu einem Scherbenhaufen, als sie schließlich von Neéls Tod erfährt. Trotz ihrer unendlichen Trauer fasst Joy einen folgenschweren Entschluss: Sie will nicht länger zu Matthials Clan gehören. Also macht sie sich allein und schlecht ausgerüstet auf den Weg durch Bomberland und von feindlichen Clans besetztes Gebiet. Es ist eine Suche nach Antworten: Wie starb Neél? Und warum? Doch es ist auch eine Suche, an deren Ende Hoffnung steht. Hoffnung auf eine zweite Chance…

MEINE MEINUNG

Ich fühlte mich unberechenbar, fürchtete, jegliche Kontrolle über mich zu verlieren, als säße in meiner Brust ein wildes, zorniges Tier […]. Ich hatte mir nie etwas aus Rache gemacht. Das Tier dagegen schrie nach Rache. S. 38

Nachdem uns am Ende von Band 1 einer der wahrscheinlich brutalsten Cliffhanger überhaupt präsentiert wurde, geht die Folter mit dem Klappentext zu Band 2 weiter. Nun soll uns tatsächlich das Herz gebrochen und auf das Happy End verzichtet werden? In dieser Rezension geht es jetzt auch nicht um Neél, auch wenn er wahrscheinlich am Meisten interessiert. Der Autorin gelingt es nämlich trotz anderer Lesererwartungen den perfekten Folge- und damit Abschlussband zu schreiben.

Verständlich sind Joys Gedanken und Entscheidungen ihrem Clan und damit Matthial den Rücken zu kehren. Sie will Antworten finden und macht sich deshalb mehr als schlecht ausgerüstet und mitten im Winter auf den Weg. Und dafür ist ihr auch kein Weg  zu weit, kein Winter zu kalt, keine Gefahr zu groß. Joy ist aber keineswegs gebrochen. Sie hatte schon in Band 1 eine außergewöhnliche Persönlichkeit mit einigen Ecken und Kanten, die mir irgendwie immer sympathisch war. Jedoch ist sie nun etwas weicher, wenn nicht sogar verletzlicher geworden, zeigt mehr Gefühle, und weint auch mal, was sie vorher nie so zugelassen hat. Ihre bewundernswerte Stärke hat sie aber nicht verloren. Sie scheut immer noch keine Konflikte und ist immer noch willensstark und kämpferisch wie eh und je. 

Der Schreibstil von Jennifer Benkau setzt sich in Band 2 genauso einmalig und erstklassig fort. Ihre Wortwahl und Metaphern, die sie auswählt, sind großartig. Man kann sich nicht nur die Umgebung vorstellen, sondern sich auch sehr gut in die Gefühlswelt der Protagonisten hineinversetzen, die mir dabei so einige Male ans Herz ging. Es gibt eine Menge spannender Stellen, die dann eine Wendung annahmen, dass ich gelegentlich dem Herzstillstand nahe war. Gleichzeitig gab es auch aber einige emotionale und nachdenkliche Szenen, die Abwechslung reinbrachten. Und trotz des doch sehr dunklen Themas schaffte es die Autorin gekonnt, mir mit einigen lustigen Stellen ein Schmunzeln ins Gesicht zu zaubern. Zum letzten Drittel hin wird es actionreich, sogar zum Teil dramatisch und dann kommt – wie so oft in dem Buch – eine Wendung, die ich so abermals nicht erwartet habe. Dabei hat jedes Kapitel und jede einzelne Szene exakt die richtige Länge Das Ende  ist ein anderes, als ich mir jemals ausgemalt hätte. Es ist keineswegs schmerzfrei. Aber es ist hoffnungsvoll. Und damit doch irgendwie perfekt.

ABSCHLUSSWORT

„Dark Destiny“ steht seinem Vorgänger in nichts nach. Erstaunlich ist, wie die Autorin es schafft, ein Ende zu bieten, das man so nicht erwartet, aber mit dem man trotzdem zufrieden ist. Es ist ein großartiges Buch und ein wunderbar gelungener Abschluss der Dilogie.

5/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

script5 Verlag | März 2013 | 462 Seiten | Band 2 | Hardcover | 18,95 EUR

Band 1: Dark Canopy | Band 2: Dark Destiny

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