Lana und ihre beste Freundin Kitty wagen das ganz große Abenteuer und verlassen ihre Heimat England, um auf Weltreise zu gehen. Unterwegs treffen sie auf eine Gruppe junger Globetrotter, die mit ihrer Yacht »The Blue« von den Philippinen nach Neuseeland segelt. Schnell werden die beiden jungen Frauen Teil der Crew, und es beginnt eine aufregende Zeit voller neuer Erfahrungen vor der traumhaften Kulisse der Südsee. Doch auch das Paradies hat seine Grenzen. Denn Lana und Kitty merken bald, dass an Bord nichts ist, wie es scheint. Und als ein Crewmitglied mitten auf dem Ozean spurlos verschwindet, kommen nach und nach die Gründe ans Licht, weshalb ihre Mitreisenden die Fahrt wirklich angetreten haben …

 

MEINE MEINUNG

Lucy Clarkes neues Werk „Das Haus, das in den Wellen verschwand“ konnte ich kaum abwarten, nachdem mich die Autorin vergangenes Jahr mir “Der Sommer, in dem es zu schneien begann“ von sich überzeugen konnte. Und auch diesmal ließ sie mich nicht enttäuscht zurück. Zum Inhalt selber will ich gar nicht weiter viel sagen. Erstens wäre die Spoilergefahr zu hoch. Zweitens bin ich auch der Meinung, dass jeder diese Geschichte für sich selbst entdecken sollte.

‚Reisen muss kein Urlaub vom Leben sein‘, sagte er. ‚Eigentlich ist es eine Gelegenheit, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten und sich zu überlegen, was man eigentlich möchte.‘ S.157

Lucy Clarke hat in dieser Geschichte sehr interessante, aber auch genauso verschiedene Charaktere geschaffen. Die Gruppendynamik zwischen den sieben Crewmitgliedern ist dennoch erstaunlich faszinierend. Alle haben einen Grund ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Alle brauchen sie die Blue. Die Beweggründe jedes Einzelnen sich auf dieses Abenteuer zu begeben, sind dabei ganz verschieden und kommen im Verlauf Stück für Stück ans Licht. Das Leben auf der Blue selbst wirkte wie ein Paradies, was die Autorin durch bildhafte Beschreibungen geschaffen hat. Es war, als reiste man selbst auf der Blue mit, verweilt auf den wunderschönsten Inseln, liegt an den traumhaftesten Stränden und erkundet die unglaublichsten Buchten. Ein dramatisches Ereignis zerstörte jedoch alles. Jeder hat plötzlich etwas zu verbergen und jeder scheint etwas über diese eine verhängnisvolle Nacht zu wissen, nur Lana nicht. Aus Spaß und Freiheit wird Verrat und Misstrauen. Lana selbst war mir dabei immer sympathisch. Gelegentlich war sie etwas zu direkt und kannte ihre Grenzen nicht. Aber genauso wie sie, will man auch als Leser nur die Wahrheit wissen.

Andere Menschen sammeln Freunde wie Trophäen, aber Lana hatte nur eine Freundin – und diese Freundschaft ist so stark in ihrem Herzen verwurzelt, dass dort seit der Trennung eine Wunde klafft. S.105

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Lana auf zwei Zeitebenen. Einmal erlebt man das „Jetzt“, in dem Lana bereits von Board der Blue gegangen ist. Dabei droht ein schreckliches Unglück sie und die Ereignisse auf der Blue wieder einzuholen. In „Damals“ erfährt man, wie Lana und Kitty auf der Jacht gelandet sind, wie sie die Zeit dort verbracht haben und welche wunderbaren aber auch unschönen Dinge dort geschehen sind. Dabei kann man sich sehr gut in die Gefühle von Lana hineinversetzen. Lucy Clarke hat einen einnehmenden, aber dennoch leichten Schreibstil, in dem man mühelos versinken kann. Die Spannung wird durch die Geheimnisse und den Ereignissen auf der Blue immer mehr aufgebaut. Manchmal ahnt man sowohl im Damals auch im Jetzt, worauf es in etwa hinausläuft. Manchmal hat die Autorin aber auch Überraschungen parat, sodass sich ein perfektes Gleichgewicht ergibt.

 

ZUSAMMENFASSEND

Lucy Clarke hat es mit “Das Haus, das in den Wellen verschwand“ erneut geschafft mich mit ihrem einnehmenden Schreibstil und ihrer geheimnisvollen Geschichte zu überzeugen. Sie schafft hier interessante Charaktere, faszinierende Orte und spannende Ereignisse, die in einem perfekten Zusammenspiel harmonieren. Ich denke, jeder sollte sich auf die spannende Reise mit der Blue und ihren sieben Crewmitgliedern begeben, diese Geschichte für sich entdecken und von ihr verzaubern lassen.

5/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

Piper Verlag | Juni 2016 | 384 Seiten | Einzelband | Paperback/Klappenbroschur | 14,99 EUR
Originaltitel: The Blue | übersetzt von Claudia Franz

One Reply to “Lucy Clarke – Das Haus, das in den Wellen verschwand”

  1. Ich wusste doch ihr Name sagt mir etwas! Der Sommer, in dem es zu schneien begann fand ich ein sehr schönes Buch und auch das Cover war richtig sommerlich. Ich wusste gar nicht, dass sie ein neues Buch veröffentlicht hat. Kommt direkt auf meine Leseliste 🙂

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