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Britta Sabbag – Das Leben ist (k)ein Ponyhof

Wenn du den roten Faden verloren hast, halt nach einem anderen Ausschau – vielleicht ist deiner bunt!
Antonias Leben ist perfekt. Bis ihre Mutter sie dazu verdonnert, auf ihren leicht senilen Stiefvater aufzupassen, während sie selbst sich in einem indischen Ashram vergnügt. Dabei hat die Karrierefrau Antonia für so etwas nun wirklich keine Zeit. Schließlich steigt sie gerade zur Partnerin in einer Unternehmensberatung auf und will ihren langjährigen Freund und Kollegen heiraten. Zurück im Heimatkaff stellen Walters Schrullen Antonia gehörig auf die Probe. Bald steht ihr ganzes Leben Kopf. Oder lernt sie vielleicht gerade erst zu leben?

MEINE MEINUNG

Wir tragen unseren unsichtbaren Rucksack doch alle mit uns herum, egal, wie weit wir uns von den Orten oder Menschen entfernen, die uns unglücklich gemacht haben.S. 139

Antonia Nachtigall – die perfekt durchorganisierte, immer alles planende und äußerst strebsame Karrierefrau. Beruflich ist sie fast auf dem Höhepunkt angekommen, privat könnte es ebenfalls nicht besser laufen. Gerade jetzt soll sie zurück in ihr Heimatdorf, um auf ihren Stiefvater Walter aufzupassen? Da es sich jedoch als schwieriger als gedacht herausstellt, eine passende Betreuung für Walter zu finden, muss Antonia sich selbst um Walter kümmern. Und während Antonia sich wohl oder übel um Walter kümmern muss, wird sie in ihrer Heimat mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und lernt dabei einige Lektionen für ihr Leben.

Antonia hat den Blick für das Wesentliche im Leben verloren. Beruf und Karriere stehen an erster Stelle. Freunde und Familie haben da keinen Platz. Sie hat schlichtweg vergessen, was heißt es zu leben. In Carl hat sie damit den passenden Partner an ihrer Seite gefunden, der genauso denkt wie Antonia. Carl war für mich ein komischer Typ, der mir einfach nur unsympathisch war. Er ist gefühlskalt, akzeptiert keine Fehler und behandelt Antonia teils wie ein Kind. Zudem machte diese Beziehung der beiden mehr den Eindruck einer gutlaufenden Zweckgemeinschaft. Walter ist ziemlich tollpatschig, scheint das Chaos magisch anzuziehen und stellt damit gleichzeitig alles auf den Kopf. Dabei ist er gleichzeitig so liebenswürdig, dass man ihm eigentlich nicht lange böse sein kann. Er hat in dem Buch die Lacher eindeutig auf seiner Seite und stiehlt Antonia damit quasi schon die Show. Er ist es auch, der Antonia die Augen und ihr Herz öffnet und ihr zeigt, was das Wort „Leben“ wirklich bedeutet und die aufregenden Seiten darin. Antonia beginnt sich und ihr Leben infrage zu stellen und ihre Prioritäten und Ziele anders setzen. Dabei macht sie eine wirklich gute Entwicklung durch. Auch die anderen Charaktere wie Netty, Antonias ehemalige beste Freundin, oder Leo, der neue Besitzer des Reithofes, erinnern Antonia an das Leben. Besonders Leo ging nicht gerade schonend mit der stressigen Geschäftsfrau um und sagte ihr ohne Umschweife die Meinung.

Britta Sabbag hat einen unglaublich lockeren und leichten Schreibstil. Sie trumpft hier ganz klar mit Witz und Humor auf, was einen teils laut auflachen lässt. Ihre Charaktere setzt sie perfekt in Szene und auch wenn sie sich gelegentlich einiger kleiner Klischees bedient, tut dies der Story nichts ab. Zwischen den humorvollen Stellen, beweist die Autorin Tiefgang und regt zum Nachdenken an. Die Kombination ist ihr auf jeden Fall gelungen.

ABSCHLUSSWORTE

Britta Sabbag versteht es ihre Leser zu unterhalten. Humor und Witz gepaart mit Tiefgang und nachdenklichen Szenen, liebenswürdige und charmante Charaktere und ein locker-leichter Schreibstil machen dieses Buch zu einem eindeutig guten Frauen-Roman. Und Britta Sabbag beweist: Jeder braucht einen Walter! Das perfekte Sommer-Buch, das Spaß und gute Laune verspricht.

5/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

Bastei Lübbe | April 2014 | 221 Seiten | Einzelband | Taschenbuch | 8,99 EUR

Vielen Dank an Bastei Lübbe und Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar!
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2 Comments

  • Reply Lotta Lunatic

    Hallöchen meine Liebe ,
    ich muss gestehen, dass deine Rezi mich äußerst neugierig macht. Das Genre ist eigentlich nicht so meins. ich steh nicht besonders auf witzige Bücher.. aber irgendwie klingt es ja gut & du hast volle Punktzahl gegeben .. na mal sehen ^^

    Liebst, Lotta

    17. Mai 2014 at 8:48
  • Reply Ela Leselounge

    Hallo Lotta,
    wieso magst du keine lustigen Bücher? Lachten tut gut :p
    Nein nein scherz, also falls du es wirklich lesen solltest, hoffe ich dass du nicht enttäuscht sein wirst 🙂

    Liebste Grüße Ela

    17. Mai 2014 at 11:53
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