Jugendbücher, Rezension

Carmen Rodrigues – Du bist das Gegenteil von allem

Die 16-jährige Ellie hatte etwas Besonderes an sich. Etwas Dunkles, Charismatisches, Gebrochenes … Jetzt ist sie tot. Gestorben an einer Überdosis Tabletten. Zurück bleiben ihr Bruder Jake, ihre beste Freundin Sarah und deren jüngere Schwester Jess – und vierunddreißig Zettel von Ellie in einem Schuhkarton. Vierunddreißig Hinweise, die Ellie hinterlassen hat. Vierunddreißig Geheimnisse eines viel zu kurzen Lebens voller Schmerz. Auf der Suche nach dem Warum müssen sich Jake, Sarah und Jess nicht nur ihren eigenen Abgründen stellen, sondern auch dem, was Ellie so lange vor ihnen verborgen hat …

 
 
 

MEINE MEINUNG

Aber jetzt, wo ich hier bin, begreife ich, dass Zuhause der Ort ist, an den man zurückkehrt, wenn einen die Kraft verlässt. S. 301

Bei „Du bist das Gegenteil von allem“ hatte ich eine Geschichte erwartet, die ähnlich wie „Tote Mädchen lügen nicht“ ist, dass Ellie die 34 Zettel an ihre Freunde hinterlassen hat, die alles in einer Weise erklären und Licht ins Dunkel bringen. Doch das Buch ist ganz anders als erwartet und spätestens nach der Hälfte merkt man, dass es keine Wahrheit geben wird, dass die anderen die Botschaften von Ellie nicht finden werden. Das hat mich zugegebenermaßen enttäuscht.

Ellie ist eine gebrochene Persönlichkeit und hat offenbar schon einige unschöne Dinge miterleben müssen. Sie fühlt sich einsam, ist stark depressiv, trinkt zu viel und ritzt sich. Jedoch versteckt sie ihre Gefühle immer hinter eine Egal-Haltung und einer rebellischen Fassade. Ihr einziger Halt ist ihr Bruder Jake. Als dieser jedoch zum Studieren nach New York zieht, bricht für Ellie eine Welt zusammen. Sie fängt an sich an ihre beste Freundin Sarah zu klammern, und als diese immer mehr Zeit mit ihrem Freund verbringt, hängt Ellie sich schließlich an Sarahs Schwester Jessie. Doch auch hier bleibt sie immer die Coole. Ihre Freunde bemerken zwar manchmal seltsame Dinge an ihr, aber niemand unternimmt etwas.

Das Buch lässt sich erstaunlicherweise leicht lesen, jedoch wird die Stimmung immer erdrückender und depressiver, was sicherlich an der Thematik des Buches liegt. Erzählt wird die Geschichte immer abwechselnd aus der Perspektive von Jake, Jessie und Sarah. Dabei wird immer unterschieden zwischen dem „Davor“, in dem das Leben mit Ellie durchleuchtet wird, den Ereignissen, die kurz vor Ellies Tod passierten und dem „Danach“, die Einblicke in das jetzige Leben der Hinterbliebenen gibt. Störend fand ich jedoch, dass es keine richtige Reihenfolge gab, sondern die Zeitebenen durcheinander gewürfelt waren. Jedes Kapitel beginnt mit einem von den 34 Zetteln, die alle von Ellie stammen, die ich aber nie in Zusammenhang mit dem jeweiligen Kapitel bringen konnte.

Carmen Rodrigues versucht hier mehrere Themen miteinander zu verknüpfen, denn neben Ellies Problemen haben auch ihre Freunde nach ihrem Tod einiges zu bewältigen. So fallen sie in ein Loch aus Lethargie, Depression und Bulimie. Zudem geht es viel um Trauerverarbeitung sowie Angst. Einige der Themen fand ich aber zu oberflächlich behandelt. Zum Ende blieben für mich zu viele Fragen offen. Es wird nie richtig geklärt, was Ellie wirklich widerfahren ist, was ihr Leben tatsächlich so zerstört hat. Zwar gibt es immer wieder Andeutungen, aber etwas Konkretes gab es nie.

 

ABSCHLUSSWORTE

„Du bist das Gegenteil von allem“ ist kein schlechtes oder langweiliges Buch. Sonderlich herausragend fand ich es allerdings auch nicht. Ich habe etwas vollkommen anderes von dem Buch erwartet und wurde leider im Punkt der Handlung etwas enttäuscht. Carmen Rodrigues verknüpft zu viele Themen, die oftmals zu oberflächlich behandelt wurden. Außerdem blieben für mich zu viele Fragen offen, sodass  nicht alles geklärt wurde.

3/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

CBT Verlag | März 2015 | 378 Seiten | Einzelband | Hardcover | 16,99 EUR
Originaltitel: 34 pieces of you | übersetzt von Katarina Ganslandt

2 thoughts on “Carmen Rodrigues – Du bist das Gegenteil von allem

  1. Hallöchen liebe Ela,
    ich bin froh, dass ich mir das Buch nicht zugelegt habe. Ich hatte auf Skoobe mal hineingeschnuppert und fand den Anfang auch eigentlich nicht besonders schlecht, aber eben auch nicht besonders gut. Ich habe schon oftmals gelesen, dass die Handlung nicht so gut gewesen sein soll. Ich bin ein bisschen enttäuscht, weil es eigentlich so gut klang. Schade, aber zumindest ein Buch, das ich von meiner Liste streichen kann.

    Liebst, Lotta

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