Rezensionsexemplar

Alles, was Grace will, ist ein eigenes Leben. Denn momentan hat sie neben Schule, Klavierunterricht, Unibewerbungen und zwei Nebenjobs auch noch einen Vollzeitjob als Tochter von Maggie. Dabei bräuchte ihre unzuverlässige Mutter selbst einen Erziehungsberechtigen. Mitten in dieses Chaos platzt Eva. Auch sie hat ihr Päckchen zu tragen, aber sie schafft es, dass Grace sich ihr öffnet. Und als Eva ihr erzählt, dass sie Mädchen mag, kommen sie sich näher. Doch reicht das für die beiden Mädchen aus, um ein neues Leben zu beginnen?

 

GEDANKEN ZU “EINE HANDVOLL LILA“

Der Klappentext lässt erahnen, dass es sich bei „Eine Handvoll Lila“ um eine Liebesgeschichte zwischen zwei Mädchen handelt. Das war auch so, jedoch stand dieses Thema überraschenderweise gar nicht so sehr im Vordergrund, wie vermutet. Neben der Sexualität geht es vor allem um den Tod, Trauer und Verlust und eine sehr ungesunde Mutter-Tochter-Beziehung. Diese Kombination wurde von der Autorin aber gut umgesetzt. Und obwohl ich nach Beendigung des Buches feststellen musste, dass gar nicht so viel Handlung vorkommt, war es dennoch sehr tiefgründig und ernst.

Von Mitleid, über Entsetzen bis hin zu Fassungslosigkeit habe ich während des Lesens fast die komplette Gefühlspalette durchgespielt. Wie gesagt, das Hauptaugenmerk der Geschichte liegt eher auf der Beziehung zwischen Grace und ihrer Mutter Maggie. Ich war erschüttert, wie eine Mutter so sein und mit ihrer Tochter umgehen kann und es nicht einmal merkt. Ja, Maggie hat offenbar einige große psychische Probleme, aber sie trifft immer und immer wieder die falschen Entscheidungen und begreift nicht einmal, wie sehr sie ihrer Tochter schadet. Ich kann gar nicht sagen, wie oft mich über Maggie aufgeregt habe und sie sorgte bei mir einfach nur für Unverständnis und Wut. Ich hatte oft Mitleid mit Grace und habe sie dennoch bewundert. Bewundert für ihre Stärke und Loyalität ihrer Mutter gegenüber. Mitleid, dass sie sich mit so einer Mutter auseinandersetzen muss, dass sie sich nicht traut, ihre eigenen Wünsche zu verwirklichen. Es war für Grace immer ein Balanceakt auf dem Drahtseil.

Zwischen all dieses Chaos tritt Eva in Graces Leben. Zunächst etwas schüchtern, entwickelt sich etwas zwischen ihnen, dass ihnen beiden Halt gibt. Eine ruhige, zarte Liebesgeschichte zwischen zwei Mädchen, die beide ihre Päckchen im Leben zu tragen haben und sich genau im richtigen Tempo entwickelt. Eva und Grace passen fantastisch zusammen und es war wirklich süß zu sehen, wie sie sich Schritt für Schritt näherkommen und dabei absolut keinen Zweifel an ihrer sexuellen Orientierung hegen. Schade war jedoch, dass genau diese Beziehung durch das Drama mit Maggie manchmal in den Hintergrund geriet.

 

ZUSAMMENFASSEND

„Eine Handvoll Lila“ ist ein spannendes Jugendbuch über eine ungesunde Mutter-Tochter-Beziehung und einer süßen Lovestory zwischen zwei Mädchen. Während man Mutter Maggie permanent die Meinung geigen möchte und regelrecht eine Wut auf sie entwickelt, ist die Liebe zwischen Grace und Eva eine gute Abwechslung, die sich mühelos in die Geschichte einfügt. Leider kam mir aber genau diese Liebe manchmal etwas zu kurz. Dennoch hat die Autorin sich in „Eine Handvoll Lila“ tiefgründig mit den Themen sexuelle Orientierung und der Mutter-Tochter-Beziehung auseinandergesetzt, ohne dass die Geschichte langweilig wurde.


{Werbung} Infos zum Buch

Verlag: Magellan Verlag
ET: Januar 2018
Seiten: 352
Reihe: Einzelband
Format & Preis: Hardcover – 18,00 EUR
Originaltitel: How to make a wish
übersetzt von: Birgit Salzmann

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Magellan Verlag

4 thoughts on “Ashley Herring Blake – Eine Handvoll Lila”

    1. Hallo Tine,
      sag ich doch 😉
      Es freut mich, dass dir der Aufbau der Rezension gefällt. Es sind zwar nicht immer drei Gedanken, manchmal sind es auch vier oder fünf, aber vom Prinzip her ist immer gleich 🙂

      Alles Liebe und schönes Wochenende
      Ela

  1. Hallöchen,
    mir ist das Buch hauptsächlich wegen diesem tollen Cover aufgefallen und weil die Farbe Lila meine Lieblingsfarbe ist. Dann ist mir aufgefallen, dass es von Ashley Herring Blake geschrieben wurde, von der ich bereits ein Buch gelesen habe (das ich mittelmäßig bis gut fand).
    Jedenfalls war ich dann doch sehr neugierig, worum es darin geht und wie die Meinungen dazu sind. Deine Rezension ist die erste, die ich zu dem Buch entdeckt habe 🙂
    Dass die Liebesgeschichte nicht so penetrant im Vordergrund steht, klingt für mich sehr gut. Dass sie hin und wieder untergeht, dann jedoch nicht. Ich denke, ich werde es trotzdem lesen. Du klingst insgesamt ja doch sehr zufriede damit und irgendwie will ich es einfach nur besitzen, weil es so hübsch aussieht.
    Liebste Grüße, Kate

    1. Hallo Kate,
      ja, das mit der Liebesgeschichte fand ich tatsächlich leider etwas schwierig. Ich mein klar, es muss ja nicht immer so extrem im Vordergrund stehen, aber dafür dass es Jugendbuch ist und es um die Liebe zwischen zwei Mädchen geht, hätte das irgendwie etwas mehr Raum bekommen müssen. Oder halt nur die Geschichte mit der Mutter. Aber dennoch hatte ich tatsächlich viel Spaß an dem Buch und hoffe, du wirst es auch haben.

      Alles Liebe, Ela

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