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Jojo Moyes – Eine Handvoll Worte

Jennifer Stirling ist eine junge Frau im Jahre 1960, die mit einem reichen und wohlhabenden Mann verheiratet ist und eigentlich nicht glücklicher sein könnte. Eines Tages erwacht sie im Krankenhaus und hat keiner Erinnerung mehr an ihr Leben. Sie kehrt mit ihrem Ehemann Laurence Stirling in ihr Haus zurück und versucht in ein Leben zurückzukehren, welches sie nicht kennt – und wie sie bald feststellen wird überhaupt nicht führen will. Auf der Suche nach ihrer Vergangenheit entdeckt Jennifer in den versteckten Ecken ihres Hauses leidenschaftliche Liebesbriefe, die ihr nur ein Liebhaber geschrieben haben kann. Während Jennifer sich fragt, wer der geheimnisvolle „B“ ist und was mit ihrer Liebe passiert ist, erkennt sie immer mehr, dass ihre Ehe mit dem einflussreichen Laurence nach außen hin nur eine Fassade ist, hinter der sich eigentlich eine unglückliche Ehe ohne Sinn verbirgt.

Noch bevor man erfährt, wie es zwischen Jennifer und Boot weitergeht springt das Buch vierzig Jahre weiter ins Jahr 2003. An dieser Stelle wird uns Ellie Haworth vorgestellt – eine junge Journalistin bei einer der führendsten Zeitungen Londons. Bei einer Recherche für die Jubiläumsausgabe stößt Ellie im Archiv auf einen Liebesbrief, der vor über vierzig Jahren geschrieben worden ist und der sie zutiefst berührt. Sie stellt Nachforschungen an und trifft damit auf Jennifer Stirling und ihre Geschichte. Bei ihrem Erzählstil wechselt Jojo Moyes zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sie pendelt zwischen den Ereignissen, die 1960 zu dem Unfall führten, und dem Versuch Jennifers in ihr Leben zurückzufinden und sich zu erinnern. Am Anfang bin ich die ganze Zeit davon ausgegangen, dass es dauerhaft in der Gegenwart spielt. Zudem ist das Buch oft aus verschiedenen Sichten geschrieben, sodass ich einige Male überlegen musste, ob das nun gerade Vergangenheit oder Gegenwart ist.

Die Charaktere hat Jojo Moyes gut beschrieben. Laurence ist arrogant, überheblich und stellt Jennifer als dumm hin, die keine eigene Meinung haben darf. Er denkt mit seinem Geld kann er alles haben, was er will. Er hat es Jennifer nie verziehen, dass sie ihn betrogen hat und das lässt er sie permanent spüren. Jennifer ist eine wunderschöne Frau, die eigentlich klüger ist, als Laurence sie darstellt. Nur leider nutzt sie das nicht. Sie lässt sich von ihrem Mann unterdrücken und tut das einzige was alle Frauen ihrer Meinung nach tun sollten: Immer perfekt aussehen, das Haus sauber halten und den Ehemann glücklich machen. Zwischendurch konnte ich nicht wirklich was mit ihr anfangen. Nach dem Unfall hat sie alles gemacht was Laurence ihr sagte oder wollte, nur weil sie der Meinung war, dass das ihr Leben ist und dass sie es tun muss. Ellie ist eine junge lebhafte Frau, die ich eigentlich von Anfang an mochte. Okay sie hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann, was moralisch gesehen vielleicht nicht ganz richtig ist. Durch die Affäre ist Ellie aber ein wenig verwirrt und sieht nicht immer alles klar. Die Story um Jennifer und ihrem Liebhaber ist für sie jedoch so bewegend, dass sie sich so sehr ins Zeug legt herauszufinden was passiert ist. Als sie schließlich erkennt, dass ihre Affäre nicht von Erfolg gekrönt sein wird, war Ellie auch viel befreiter und lebhafter.

Nach „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes hatte ich hohe Erwartungen an „Eine Handvoll Worte“. Diese Erwartungen wurden leider ein bisschen gedämpft. Das Buch ist keineswegs schlecht und irgendwann wollte ich einfach wissen, was denn nun aus Jennifer geworden ist. Das hat aber eine ganze schöne Weile gedauert.

ABSCHLUSSWORT

Ein schönes Buch und eine schöne Geschichte für zwischendurch. Fü mich kommt es aber nicht mal annährend an „Ein ganzes halbes Jahr“ ran.

3/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

Rowohlt Verlag | Dezember 2013 |  572 Seiten | Einzelband | Broschiert | 14,99 EUR
Originaltitel: The Last letter from you lover | übersetzt von Marion Balkenhohl

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