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Jessica Brody – Eine Woche voller Montage

Ellie erlebt den schrecklichsten Montag ihres Lebens: Eine Katastrophe jagt die nächste, und als wären alle Peinlichkeiten nicht schon schlimm genug, macht ihr Freund Tristan aus heiterem Himmel mit ihr Schluss! Ellie wünscht sich nur eines: Sie möchte bitte, bitte eine zweite Chance. Die kriegt sie – am nächsten Morgen wacht sie auf und stellt fest: Es ist wieder Montag! Ellie setzt alles daran, die Fehler von gestern/heute zu vermeiden und für ihr eigenes Happy End zu sorgen. Doch wer hätte gedacht, dass ein Montag so hartnäckig sein kann?

MEINE MEINUNG

Hätte ich nur eine zweite Chance. Solche Gedanken führen auf dem direkten Weg ins Verderben. Sie schaden nur. Denn am Ende gibt es keine zweite Chance. S. 81

Manche Titel ziehen einen Leser magisch an – so war es zum Beispiel bei „Eine Woche voller Montage“ der Fall. Denn was ist schlimmer als der Montag und dann auch noch gleich eine ganze Woche davon? Ellie lebt ein bisschen wie in „Und täglich grüßt das Murmeltier“ und erlebt den Montag solange, bis er das richtige Ende hat. Und dieser Montag hat es in sich. Angefangen bei einem Strafzettel, über Schulfotos, bis zu den Softball-Tryouts und einem Freund, der einen plötzlich verlassen will, hat Ellie eine ganze Menge zu tun. Dabei erlebt Ellie jeden Montag so ziemlich das gleiche, bis sie lernt Grenzen, Ziele und Prioritäten zu setzen und zu erkennen, was wirklich wichtig ist.

Ellie ist ein bisschen wie das graue Mäuschen aus den High School Filmen. Etwas naiv, kontrolliert, perfekt durchstrukturiert und eine gute Schülerin, die sich nie etwas zu Schulden kommen lässt. Eine Person, die keiner weiter beachtet, bis sie mit dem begehrtesten Typen der Schule zusammenkommt: Tristan. Im Versuch Tristan vom Schluss machen abzuhalten, versucht Ellie sich an jedem der Montage in einer anderen Rolle bis sie merkt, dass keine der Rollen wirklich zu ihr passt und sie sich eigentlich gar nicht ändern muss. Anfangs empfand ich Ellie als etwas anstrengend mit ihrer Art, gerade der naive Teil und der Kontrollfreak in ihr waren ziemlich nervig. Durch Ellies verschiedene „Persönlichkeiten“ und das Erkennen der Prioritäten, wird sie einem jedoch von Seite zu Seite sympathischer. Die anderen handelnden Personen wie z.B. Tristan oder ihr bester Freund Owen wirken neben Ellie etwas blass, da der Fokus sehr auf Ellie und ihre verschiedenen Verhaltensweisen gelegt wurde.

Jessica Brody hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der gut zu dieser Art von Jugendbüchern passt. Man kommt schnell in einen Lesefluss und fliegt förmlich durch die Seiten. Wer die Befürchtung hat, das Buch könnte schnell langweilig werden, dem sei gesagt, dass dem nicht so ist. Zwar wiederholen sich die Grundsachen an jedem Montag, aber die Autorin hat sich ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch auf die wichtigen Dinge oder kurze Beschreibungen beschränkt. Wirklich interessant war jedoch, wie durch Ellies verändertes Verhalten und Reaktionen verschiedene Entwicklungen entstehen und nur eine kleine Veränderung einen ganzen Tag beeinflussen kann. Hier hat Jessica Brody eine gute Spannungskurve eingebaut. Ein kleiner Kritikpunkt war leider die Vorhersehbarkeit des Buches. Aber auch wenn man mit keinen Überraschungen rechnen sollte, so ist „Eine Woche voller Montage“ dennoch ein sehr unterhaltsames Jugendbuch.

ABSCHLUSSWORTE

Wer ein süßes, lustiges und spannendes Jugendbuch für kurzweilige Sommerstunden sucht, der sollte zu „Eine Woche voller Montage“ greifen. Zwar wird man etwas brauchen bis man mit Protagonistin Ellie warm wird und große Überraschungen sollte man nicht erwarten, dafür ist Jessica Brody die Umsetzung des Themas gut gelungen. Besonders Ellies verschiedene Verhaltensweisen und Erkenntnisse sind sehr interessant, sodass ein paar unterhaltsame Lesestunden garantiert sind.

4/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

Magellan Verlag | Juli 2016 | 448 Seiten | Einzelband | Hardcover | 17,95 EUR
Originaltitel: A Week of Mondays | übersetzt von Lara Tunnat

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1 Comment

  • Reply Vivi

    Liebe Ela,
    ich war schon immer am Überlegen, ob ich mir das Buch kaufen soll, aber irgendwie hab ich dann immer zu einem anderen gegriffen. Deine Rezi hat mir geholfen, mich zu „überwinden“ und dieses Buch zu lesen.
    Liebe Grüße, Vivi

    3. Januar 2017 at 15:20
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