Mhairi McFarlane – Es muss wohl an dir liegen

Mit ihren tizianroten Haaren und ihren Kurven ist Delia vielleicht nicht ganz der Model-Typ, aber dass Paul sie nach zehn Jahren gemeinsamen Glücks mit einer Studentin betrügt, trifft sie ziemlich unvorbereitet. Am Anfang glaubt sie, alles sei ihre Schuld. Doch dann erkennt Delia, dass die zerplatzten Seifenblasen von gestern die Chance auf das Glück von morgen bedeuten: Denn nun kann sie selbst entscheiden, wie sie die bunten Puzzleteile ihres Lebens neu zusammensetzt. Kurzerhand zieht sie zu ihrer besten Freundin Emma nach London und sucht sich einen neuen Job. Alles könnte gut werden. Wäre da nicht Adam, ein Skandalreporter und der härteste Konkurrent ihres neuen Arbeitgebers – denn er bringt die Schmetterlinge in Delias Bauch plötzlich kräftig in Wallung. Und zu allem Übel setzt Paul wieder alle Hebel in Bewegung, um Delia zurückzugewinnen.

MEINE MEINUNG

McFarlanes vorheriges Buch „Vielleicht mag ich dich morgen“, welches ich als Hörbuch gehört hatte, konnte mich letztes Jahr größenteils überzeugen, weswegen ich auf ihr neustes Buch gespannt war. Diesmal musste ich jedoch ein paar Abstriche machen.

Protagonistin Delia ist eine ausgesprochen sympathische Person, die ich sehr mochte. Sie ist nicht perfekt, ist kein Model und steht mit ihren 33 Jahren zu ihren paar Kilos zuviel. Sie hat diese typischen Frauengedanken und Macken, die jeder von uns kennt und hat eine eigene Meinung, die sie zu vertreten weis. Delia ist einfach authentisch und echt. Ihre Entscheidung nach London zu ihrer besten Freundin Emma zu ziehen konnte ich durchaus nachvollziehen. Jedoch zieht sie nie einen richtigen Schlussstrich unter die Beziehung mit Paul, selbst nicht, als sie Adam kennenlernt. Irgendwann hatte ich nur diesen Gedanken, dass Delia sich doch bitte endlich mal entscheiden soll. Paul konnte ich nicht richtig einschätzen. Er taucht immer nur mal wieder auf, verschwindet dann für eine Zeit aus der Handlung, wodurch er fast in Vergessenheit gerät, nur um dann plötzlich wieder aufzutauchen. Ich konnte zu ihm keinen Zugang finden. Die Geschichte hat einige nette und erfrischende Nebencharaktere wie Delias Bruder Ralph oder ihre beste Freundin Emma zu bieten, die gut dargestellt wurden und sich wunderbar in die Handlung einfügen.

„Es muss wohl an dir liegen“ ist kein schlechter Roman und zeitweise habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Besonders der Anfang gefiel mir dabei gut. Aber meiner Meinung nach, hat Mhairi McFarlane nicht alles aus der Geschichte rausgeholt. Die Idee an sich ist sehr klischeebehaftet und die Handlung habe ich sicherlich auch schon mehr als 1x gelesen, weswegen man hier nicht von großen Überraschungen sprechen kann. Leider zog sich der Mittelteil auch sehr in die Länge, sodass man hier auch gute 100 Seiten hätte einsparen können. Manchmal hatte ich das Gefühl ich trete auf der Stelle. Es gibt seitenlange Gedankengänge von Delia, obwohl man als Leser schon von vorneherein weiß, worauf es hinaus laufen wird. Ein Pluspunkt an der Story sind aber eindeutig die Comics, die Delia in ihrer Freizeit gerne zeichnet und die an einigen Stellen im Buch abgebildet wurden.

ABSCHLUSSWORTE

Die Idee um „Es muss wohl an dir liegen“ ist nicht neu, weswegen man keine großen Überraschungen erwarten darf. Leider zog sich die Handlung ab dem Mittelteil ziemlich in die Länge, sodass eine Kürzung sicherlich nicht geschadet hätte. Dafür ist Protagonistin Delia aber eine wirklich authentische und sympathische Persönlichkeit, weswegen man das Buch trotz einiger Schwächen zuende lesen wird.

3/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

Knaur Verlag | Februar 2016 | 509 Seiten | Einzelband | Taschenbuch | 10,99 EUR
Originaltitel: It’s not me It’s you | übersetzt von Katharina Volk

5 Comments

  1. Ich mag den Stil der Autorin gern – „Wir in drei Worten“ habe ich geliebt – aber das war mir teilweise zu weit hergeholt. Auch, wenn mir die Chemie der beiden Hauptfiguren gefallen hat und wieder ein paar tolle Lacher drin waren. Das Gros des Romans konnte mich aber leider nicht so wirklich überzeugen.

    1. „Vielleicht mag ich dich morgen“ hab ich damals als Hörbuch gehört und das mochte ich. Ich finde McFarlane schreibt keine schlechten Geschichten, aber ich glaube als Hörbuch gefallen sie mir besser (was eigentlich komisch ist, da ich Bücher i.d.R. lieber lese als höre …)

      Liebe Grüße

  2. Ich hab bisher auch alle drei Bücher von Mhairi McFarlane gelesen und fand sie super, kann deine Kritikpunkte an ‚Es muss wohl an dir liegen‘ aber gut verstehen. ‚Vielleicht mag ich dich morgen‘ war mein Liebling bisher :)) Ich mag vor allen Dingen wohl, das Britische an den Büchern, denn ich lese viel zu viele amerikanische Chic-Lit, die Neuerdings zu stark FSOG ähnelt und war deswegen so begeistert von den Büchern.
    Übrigens mag ich dein neues Design, besonders den Header. Super schön und modern das Ganze 🙂

    Liebe Grüße,
    Susanne

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