Jugendbücher, Rezension

M. Anjelais – Killing Butterflies

Sarah und Leigh planen als 7-jährige Mädchen ihr Leben. Sie planen ihre Jobs, ihre Häuser und ihre Kinder. Die eine will einen Jungen, die andere ein Mädchen, die dann, wenn sie erwachsen sind, heiraten und ihnen Enkelkinder schenken werden. Die Kindheitsvisionen der  zwei gehen zunächst auf. Leigh bringt ihren Sohn Cadence zur Welt, kurze Zeit später Sarah ihre Tochter Sphinx. Die zwei wachsen wie Geschwister auf und haben eigentlich eine gute Kindheit. Doch Cadence ist anders, das beweisen einige Vorfälle in der Vergangenheit, die auch dazu führen, dass Leigh und Cadence schließlich wegziehen. Damit werden Cadence und Sphinx voneinander getrennt. Doch so wie das Schicksal manchmal spielt, führt es die zwei 6 Jahre später wieder zusammen …

 
 
 
 

MEINE MEINUNG

Es gab diese Sache mit der Liebe, von der ich allmählich begriff, dass sie komplizierter war als das Geknutsche zwischen einem Jungen und einem Mädchen, nach der Schule, komplizierter als der Kuss einer Mutter auf die Stirn ihrer Tochter, wenn Schlafenszeit war. Liebe konnte schmerzhaft sein, beängstigend. S. 151

Bei „Killing Butterflies“ handelt es sich um keine gute Liebesgeschichte, falls man es überhaupt Liebesgeschichte nennen kann. Und trotzdem war ich fasziniert von der Geschichte. Im Laufe des Buches, schlägt die Geschichte eine Richtung ein, die ich so nicht vermutet habe. Von der Liebe selbst habe ich nicht so viel mitbekommen, aber man merkt deutlich, dass Sphinx und Cadence nicht voneinander loszukommen scheinen. Die ganze Geschichte ist bedrückend und verstörend und wer ein Happy End möchte, sollte das Buch lieber nicht lesen.

Erzählt wird die Geschichte von Sphinx. Sie fängt in der Vergangenheit an zu erzählen, von dem Plan ihrer Mütter, von ihrer und Cadence’s Kindheit und den ersten Momenten als sie merkt, dass Cadence anders ist. Dann springt die Handlung 6 Jahre weiter und man befindet sich in der Gegenwart und erlebt Sphinx Aufenthalt bei Cadence. Dabei machen Sphinx Gefühle, Beobachtungen und Gedanken den Großteil der Geschichte aus. Zu sagen, dass ich die Geschichte langweilig fand, wäre übertrieben. Ich gebe zu, dass ich sie an der einen oder anderen Stelle zu lang gezogen fand und oft das Gefühl hatte, die Handlung bewegt sich nicht wirklich vorwärts. Gleichzeitig wollte ich wissen, wie es mit Sphinx und Cadence weitergeht.

Die Charaktere dagegen fand ich nervig. Cadence wirkte sehr suspekt und fremd. Er ist leicht angsteinflößend, fordernd, duldet keine Widerrede und kann sehr gut andere Leute manipulieren, ohne dass sie es merken. Seine eigenen Fehler sieht er erst Recht nicht ein. Sphinx ist die einzige Person, mit der er etwas anfangen kann. Auch wenn er sie manchmal verletzt, beleidigt o. ä. fühlt er sich auf diese Art und Weise zu ihr hingezogen, dass er sie nicht loslassen kann. Sphinx hätte mir sicherlich sympathisch sein können, denn eigentlich ist sie ein ganz normales Mädchen. Allerdings hat sie mich insoweit genervt, dass sie ständig das tut, was Cadence von ihr verlangt, dass sie Gründe sucht, um ihn zu verteidigen, obwohl er sie mehr als einmal verletzt hat – sowohl körperlich als auch seelisch. Als sie 10 war konnte ich es vielleicht noch verstehen, denn Kinder begreifen so etwas vielleicht nicht sofort. Aber nun ist sie 16 und es scheint, als hätte sie nichts dazugelernt. Obwohl sie gelegentlich anfängt zu hinterfragen, landet sie immer wieder bei ihm und kommt einfach nicht von ihm los.

 

ABSCHLUSSWORTE

Ich würde das Buch nicht aufgrund der Charaktere empfehlen, denn ich fand sie einfach anstrengend und nervig. Ich bin sicher, dass das Buch die Meinungen der Leser auseinander gehen lassen wird. Wie der Titel des Buches hat mich eher die Geschichte um die zwei unterschiedlichen Teenager angezogen, auch wenn sie an der einen oder anderen Stelle noch ausbaufähig gewesen wäre. Alles in allem ein gutes Jugendbuch, was noch mehr Potenzial gehabt hätte.

3/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

Chickenhouse | Oktober 2014 | 364 Seiten | Oktober 2014 | Einzelband | Hardcover | 16,99 EUR
Originaltitel: Killing Butterflies | übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn

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