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Ally Taylor – Make it count. Liebesfunken

Jahrelang ist Andrew McDougalls Leben eine Aneinanderreihung von Partys, Joints und bedeutungslosen Bettgeschichten mit ebenso bedeutungslosen Frauen – bis er sein Herz an ein Mädchen verliert, das er nicht haben kann, und feststellen muss, dass all das nichts wert ist. Seine unerwiderten Gefühle verfolgen Andrew fast zwei Jahre – bis er auf einer Party Amy begegnet. Sie ist tough, unkonventionell und wunderschön, und Andrew ist sofort fasziniert von ihrer undurchdringlichen Art und diesem trotzigen Ausdruck in ihren Augen. Doch Amy traut Andrew nicht über den Weg, denn sie kennt sein dunkelstes Geheimnis …

MEINE MEINUNG

Andrew ist wie dieser Unfall. Wie ein plötzlicher Schwächeanfall. Oder wie ein Kreislaufzusammenbruch. Ich spüre ihn überall. In jeder einzelnen Zelle. S. 24

Geblickfickt. Okay, sorry für die Wortwahl, aber dieses Wort kam mir irgendwann im Laufe der Geschichte in den Sinn. Denn mindestens 2/3 der Geschichte müssen wir als Leser beobachten, wie sich Amy und Andrew mit Blicken ausziehen, sich ihren Fantasien hingeben, aber nichts davon auch nur im Ansatz Realität wird. Stellenweise bin ich verzweifelt und ich habe mich gefragt, warum Ally Taylor so grausam ist. Zu mir, zu Andrew, zu Amy. Die Antwort ist: Weil das verdammte Leben nun mal nicht immer gerade verläuft!

Im 5. Teil der „Make it count“ -Reihe spielt die Geschichte von Andrew nicht in Oceanside, sondern in Boston. Macht auch Sinn, da Andrew dort seinen Lebensmittelpunkt hat und aus dieser perfekten Oceanside-Fassade ausbrechen will. Andrew ist das Herzstück dieser Reihe, die Person die jeder kennt und jeder liebt. Die Leser dieser Reihe können sich sicherlich noch gut daran erinnern, wie Andrew in „Gefühlsgewitter“ das Herz gebrochen wurde. Und wahrscheinlich jeder hat mit ihm mitgelitten. Deswegen hat er jetzt endlich sein Glück verdient. Zwei Jahre sind seitdem vergangen. Andrew weiß weder etwas mit sich noch mit seinem Leben anzufangen, noch wohin es für ihn überhaupt gehen soll. Seine Fassade ist wie immer dieselbe, doch dahinter verbirgt sich eine Mischung aus Wut und Einsamkeit. Früher war sein Leben eine einzige Party mit zu vielen Frauen. Die Party macht er immer noch, nur das mit den Frauen hat sich geändert, da er einfach nicht über seine erste große Liebe hinwegkommt. Und dann ist da Amy. Eine Frau, die kaum unausstehlicher und launischer sein könnte. Eine Frau, die mit ihrer ehrlichen und direkten Art, das Blut in Wallung bringt. Eine Frau, die scheinbar endlich alles Bedeutungslose in Andrews Leben in den Schatten stellt. Aber auch eine Frau, die leider nichts von Andrew will.

Doch so egal wie Amy hier aber auch wirklich jedem weiszumachen versucht, ist ihr Andrew eben doch nicht. Die Funken zwischen den beiden sprühen mit jeder Szene. Mit jeder Begegnung, mit jedem Blick wird dieses Knistern zwischen ihnen nur allzu deutlich. Es ist das reinste Gefühlschaos, teilweise Unverständnis und Genervtheit, da Amy immer wieder rumzickt, denn sie ist der festen Überzeugung Andrew hassen zu müssen. Der Grund und das damit angedeutete Geheimnis war irgendwo ab der Mitte klar, wurde aber erst spät richtig angesprochen und aufgeklärt. Als sich Andrew und Amy nämlich endlich näher kommen und sich die ganze aufgestaute Lust, Leidenschaft und Liebe entlädt, schleudert sie ihm die bittere Wahrheit ins Gesicht. Nach endlosen Seiten des gegenseitigen Anstarrens ein dramatischer Wendepunkt, denn was dann kommt, damit rechnet doch nicht wirklich einer!? So stürzt Ally Taylor zum sicherlich millionsten Mal die Gefühle ins Chaos, lässt das Leserherz mitleiden und mitfiebern, dass Amy und Andrew doch bitte ein Happy End bekommen. An dieser Stelle muss man wohl einfach Ally, Andrew und Amy vertrauen, dass sie wissen, was richtig ist und dass aus den Funken endlich das lang ersehnte Feuerwerk wird.

ABSCHLUSSWORTE

Manchmal gibt es keine zweite Chance. Es gibt kein nächstes Mal. Manchmal gibt es nur den Moment. Man kann die Zeit nicht anhalten. Aber man kann sie nutzen. S. 314

Mit „Liebesfunken“ bekommt endlich Andrew seine Geschichte. Ein Geschichte, die es in sich hat. Eine Geschichte, die keineswegs einfach oder geradlinig ist, sondern nervenaufreibend und nah am Rande der Verzweiflung – sowohl für Leser als auch Charaktere. Und trotzdem hätte Ally Taylor keine bessere Geschichte für Andrew schreiben können, mit so vielen wunderbaren Funken, den verschiedensten Emotionen und einer intensiven Leidenschaft, die alles in den Schatten stellt.

5/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

Freytag Literatur | September 2015 | 349 Seiten | Band 5 | Taschenbuch | 9,90 EUR

Make it count
Band 1: Gefühlsgewitter | Band 2: Gefühlsbeben | Band 3: Dreisam | Band 4: Sommersturm | Band 5: Liebesfunken

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3 Comments

  • Reply Kielfeder

    Eine schöne Rezension, die Lust auf mehr macht!
    Danke, liebe Ela.
    Die Bücher behalte ich im Auge…

    Liebe Grüße,
    Ramona

    8. Oktober 2015 at 11:36
  • Reply Elas Leselounge

    Liebe Ramona,
    schön, dass dir die Rezension zusagt und ich dir Lust auf die Bücher machen konnte. Sie sind wirklich toll. Viel Spaß beim (irgendwann) lesen 🙂

    Liebe Grüße, Ela

    8. Oktober 2015 at 19:54
  • Reply Evy

    KLingt für mich nach furchtbar vielen klischees… 🙁

    10. Oktober 2015 at 16:23
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