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Carrie Price – New York Diaries. Sarah

Im Herzen von New York City steht das Knights Building, ein ziemlich abgelebtes Wohnhaus. Etwas schäbig und daher nicht ganz so teuer, ist es perfekt für junge Leute, die hungrig auf das Leben sind. Sarah Hawks lebt schon lange im Knights, und obwohl nichts darauf hoffen lässt, dass ihr großer Traum in Erfüllung geht, hält sie stur daran fest: Musikjournalisten mag es viele geben, aber niemand hat so ein Gespür für Musik wie sie. Dann lernt Sarah bei einem Konzert in einem kleinen Club den Sänger Will Brown kennen. Normalerweise trennt sie sauber zwischen Arbeit und Privatleben, doch diesmal stolpert sie Herz über Kopf in unbekannte Gefühlswelten.

MEINE MEINUNG

Manche Worte, gesungen oder nur geschrieben, lösen etwas in dir aus: Sie sprechen uns zur richtigen Zeit an und stoßen einen an, Dinge zu tun, aufzubrechen, loszulegen! S. 138

Diesmal lädt Carrie Price nach New York in das Knights Building ein und widmet sich einer Protagonistin, die wir bereits im ersten Band flüchtig kennengelernt haben: Sarah Hawks.

Sarahs Leben besteht aus Musik. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie ihr Hobby zum Beruf machen und Musikjournalistin werden möchte. Dabei ist sie ist ein sehr ernsthafter Mensch, die von ihrer Leidenschaft angetrieben wird, hart für ihre Träume kämpft und nicht ans Aufgeben denkt. Wie Sarah sich jedoch ihren Traumjob und vor allem die Musikwelt vorstellt, ist leider etwas naiv. Am Anfang ist das vielleicht noch verständlich und akzeptabel. Im Handlungsverlauf muss man jedoch sagen, dass sich genau diese Naivität auch teilweise in ihren Entscheidungen und ihrem Verhalten widerspiegelt, was ich zwischendrin leider als sehr anstrengend empfand. Dass hier zumindest zum Ende hin eine Entwicklung zu sehen war, fand ich sehr erleichternd. Auch muss ich gestehen, dass ich keinen richtigen Bezug zu Sarah aufbauen konnte. Bei ihr dreht sich wirklich alles um Musik, ihre ganze andere Persönlichkeit wurde für mich irgendwie ausgeblendet oder eher oberflächlich gehalten, was ich sehr schade fand. Ich fand Sarah jetzt nicht unsympathisch, aber ich habe sie leider auch nicht so sehr in mein Herz geschlossen, wie andere Charaktere der Autorin.

Auch den zwei Herren, die Sarah in ein Gefühlschaos stürzen, stand ich mehr oder weniger distanziert gegenüber. Will ist ein sehr schweigsamer Typ, der über andere Menschen alleine durchs genaue Hingucken ziemlich viel herausfinden kann. Für mich kam er jedoch teilweise etwas zu kurz, sodass man über seine tiefere Persönlichkeit nicht wirklich viel erfährt. Vieles drehte sich nämlich um den anderen Herren: Charlie. Über den erfährt man eine ganze Menge und trotzdem stand ich ihm tatsächlich ein bisschen zwiegespalten gegenüber. Manchmal mochte ich ihn, manchmal hat er alle gesammelten Pluspunkte wieder verloren. Er weiß nicht so recht, wer er ist und wo er hingehört und steht dabei mächtig unter der Fuchtel seines Vaters. Einerseits ist Charlie unglaublich aufmerksam, liebe- und verständnisvoll, sogar romantisch, sodass das Herzchen hier schon mal anfangen kann zu hüpfen. Andererseits scheint er die Allüren seines Vaters anzunehmen, wenn etwas nicht so läuft wie er es will oder sich vorstellt. Dann wird er arrogant, eiskalt und unausstehlich. Ja doch, alles nicht so einfach mit diesen zwei Männern…

Die Handlung selbst war gut dargestellt, ziemlich spannend und man erhält zumindest einen umfassenden Einblick in Sarahs Leidenschaft für die Musik, sowie in ihre gedanklichen Konflikte und Auseinandersetzungen. Der zweite Teil von „New York Diaries“ ist damit wieder ein gut umgesetzter Roman über die Pläne im Leben, das Schicksal, was passiert, wenn sich Träume und Wünsche erfüllen und wie gut sich Sichtweisen ändern können. Der wirklich gute Schreibstil der Autorin hilft dabei, sich in Sarah hineinzuversetzen. Übrigens das Setting ist dabei wirklich großartig, denn wer die Bücher von Carrie Price kennt, der kennt auch ihre Gabe, einen genau an diese Orte zu zaubern.

ABSCHLUSSWORTE

Ich tue mich an dieser Stelle etwas schwer mit den Abschlussworten. Einerseits zählt Carrie Price bzw. Adriana Popescu wirklich zu meinen Lieblingsautorinnen. Andererseits muss ich sagen, dass „New York Diaries: Sarah“ mich zwar vom (wieder mal) perfekten Schreibstil und der Handlung selbst überzeugen konnte, die Charaktere jedoch diesmal weniger. Das Buch stellt jetzt keine richtige Enttäuschung dar, aber zumindest in Bezug auf die Protagonisten habe ich ehrlich gesagt schon besseres von der Autorin gelesen. Das hält mich jedoch nicht davon ab, auch zu den anderen zwei Bänden der Reihe zu greifen. Und diejenigen, die schon den ersten Teil „Claire“ mochten, werden auch mit Sarah auf der einen oder anderen Seite ihre Freude haben.

3/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

Knaur Verlag | Januar 2017 | 352 Seiten | Band 2 | Taschenbuch | 9,99 EUR

New York Diaries
Band 1: Claire | Band 2: Sarah | Band 3: Phoebe | Band 4: Zoe

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