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Felix Leibrock – Schattenrot

Nach einem heißen Sommertag des Jahres 2016 geht bei der Weimarer Kripo eine Vermisstenanzeige ein: Die 17-jährige Unternehmerstochter Anna Kellermann ist am Abend zuvor nicht nach Hause gekommen. Die Polizei startet einen groß angelegten Sucheinsatz. In Annas Schule stoßen die Ermittler auf einen Hinweis: Anna engagiert sich sehr für Umweltthemen und forscht über die Geschichte der Wölfe in der DDR. Offenbar ist sie einem Wolfshasser auf die Spur gekommen…

 

MEINE MEINUNG

Das erste Buch des Autors „Todesblau“ kenne ich nicht, sein zweites Buch „Eisesgrün“ habe ich vergangenes Jahr abgebrochen, da es mich leider nicht packen konnte. Aufgrund eines netten E-Mail Kontaktes zu Felix Leibrock habe ich nun nochmal zu ihm und zu seinem aktuellen Buch „Schattenrot“ gegriffen – und ich habe das Gefühl, diese zwei Bücher wurden von zwei verschiedenen Menschen geschrieben, denn dieses Mal wurde ich positiv überrascht.

Den Anfang des Buches bilden zwei Erzählstränge. Einmal das bereits im Klappentext erwähnte Verschwinden der 17-jährigen Schülerin Anna. Die zweite Handlung beginnt zur Nazizeit im Jahre 1944. Zunächst laufen die zwei Handlungen getrennt voneinander ab, bewegen sich im Verlauf aber immer ein kleines Stückchen weiter aufeinander zu. Irgendwann kommt schließlich noch ein dritter Handlungsstrang aus der Gegenwart mit einem Vermisstenfall aus München hinzu, der eine Verbindung zum Weimarer Fall der vermissten Anna aufweist.

Im Gegensatz zu „Eisesgrün“ fühlte ich mich dieses Mal nicht komplett überfordert von den Handlungen und den Charakteren. Wahrscheinlich lag es daran, dass der Autor sich am Anfang nur auf diese zwei Handlungsstränge konzentriert hat und einen behutsam an den dritten Handlungsverlauf heranführt. Auch wirkte es auf mich nicht mehr so sehr sprunghaft, sondern die Geschichte ließ sich viel flüssiger lesen. Ich hatte einfach nicht mehr das Gefühl, es würde alles kreuz und quer ablaufen. Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass ich gleich von Beginn an mehr Spannung und ein zügigeres Tempo empfunden habe. Dadurch fiel es mir leicht, mich in die Geschichte zu begeben und mit den Ermittlern Mandy Hoppe und Sascha Woltmann zu spekulieren, zu überlegen und mögliche Zusammenhänge herzustellen. Wirklich interessant fand ich in diesem Buch die Handlung in der Nazizeit und die Zeit nach dem Krieg mit der sowjetischen Besatzung sowie den Speziallagern in Buchenwald. Es ist sehr offensichtlich, dass der Autor sich auf eine intensive und detaillierte Recherche begeben hat. Einige Beschreibungen aus dieser Zeit, insbesondere der Foltermethoden, waren brutal und gruselig und bereiteten mir selbst schon fast körperliche Schmerzen. Das spricht eindeutig für den bildhaften Schreibstil des Autors. Auch das Thema Wölfe schien gut ausgearbeitet und recherchiert.

Alle Handlungen sind logisch aufgebaut und zum Ende hin werden die einzelnen Fäden und Handlungen miteinander zu einem Gesamtbild verflochten. Allerdings erschien mir die Auflösung des Falls ziemlich gewollt. Das Verschwinden von Anna in Verbindung mit der Nazizeit und dem Münchner Fall erschien mir ziemlich willkürlich. Aber gut, wer weiß schon, was in den Menschen wirklich vorgeht.

 

ZUSAMMENFASSEND

„Schattenrot“ ist quasi endlich mal cooler Geschichtsunterricht, der in einen mitreißenden Krimi gepackt wurde. Die historischen Ereignisse wurden sehr gut recherchiert und glaubwürdig dargestellt. Das Buch legt ein zügiges Tempo vor und ist direkt von Beginn an spannend geschrieben, sodass es leichtfällt, sich auf dieses Buch einzulassen. Nach und nach ergibt sich ein Verbindung zum eigentlich Fall der vermissten Anna, wobei jede Handlung gut aufgebaut und alles schließlich logisch miteinander verknüpft wurde. Auch wenn die Auflösung um Annas Verschwinden selbst auf mich dann doch etwas willkürlich wirkte, hat mich Felix Leibrock mit „Schattenrot“ doch überrascht und mir spannende Lesestunden geschenkt. Ich bin gespannt, welchen Fall die Ermittler Hoppe und Woltmann dann nächstes Mal in Weimar lösen müssen.

4/5 Punkte


 
Weitere Infos:Knaur Verlag

Vielen Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
 


Dieser Beitrag wird gem. § 2 Nr. 5 TMG als Werbung gekennzeichnet, da ich mit der Verlinkung des Verlags zur mittelbaren Absatzförderung beitrage. Diesen Link habe ich dennoch freiwillig gesetzt. Ich habe keine vertragliche Übereinkunft mit dem Verlag und wurde für die Rezension nicht bezahlt, sondern stelle lediglich meine persönliche Meinung dar.

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2 Comments

  • Reply Saskia

    Krimi und Geschichte, das klingt gut! Logische Handlungsstränge finde ich dabei auch immer sehr wichtig, sonst muss ich das Buch auch irgendwann entnervt zur Seite legen.
    Liebe Grüße

    8. Oktober 2017 at 17:58
    • Reply Ela

      Hallo Saskia,
      am Anfang erscheint es nicht immer logisch und der Zusammenhang ist vollkommen unklar. Aber dadurch, dass man sich von Anfang an bewusst ist, dass einen Zusammenhang geben muss, animiert das durchaus zum weiterlesen. Ich wollte einfach herausfinden, wie diese zwei bwz. später drei komplett verschiedenen Handlungen zusammengehören 🙂
      Alles Liebe, Ela

      9. Oktober 2017 at 20:46

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