„Schuld bist du!” – Diese mit Blut an eine Fensterscheibe geschmierte Botschaft findet der Journalist Jakob Auerbach in seiner leergeräumten Wohnung vor, als er von einer Dienstreise zurückkehrt. Von seiner Frau Anne und der kleinen Tochter Mia fehlt jede Spur. Auf der Suche nach ihnen hetzt er durch die nächtlichen Straßenschluchten von Berlin, ohne zu ahnen, dass er selbst der Gejagte ist.

 

MEINE MEINUNG

Nach „Hotline“ ist „Schuld bist du“ nun der zweite Psychothriller der Autorin Jutta Maria Herrmann. Wie auch schon 2014 mit ihrem Debüt, konnte sie mich auch mit ihrem zweiten Roman von Beginn an packen und in die Geschichte ziehen. Jutta Maria Herrmann hat in „Schuld bist du“ eine durchgehende, spannende Atmosphäre geschaffen. Dabei legt sie von Beginn an ein rasendes Tempo an den Tag. Jakob Auerbach wird auf der Suche nach seiner Frau und Tochter durch die nächtlichen Straßen Berlins getrieben und erlebt dabei Schreckliches. Viele Wendungen und unvohergesehene Dinge sowie mysteriöse Ereignisse lassen einen durch die Seiten dieses Buches jagen. Als Leser fragt man sich ständig, wo der Zusammenhang besteht, woran Jakob Schuld haben soll. Was ist hier überhaupt Realität und was ist Fiktion?

Die Ruine erschien ihm mit einem Mal als Sinnbild für sein gesamtes Dasein. Alles war auseinandergebrochen, nichts war mehr so, wie es einmal gewesen war. Wie sollte er die einzelnen Teile jemals wieder zusammenfügen? S. 268

Zusätzlich zu Jakobs Handlung, gibt es eine Nebenhandlung aus der Ich-Perspektive einer Frau, die einem Mann eine Geschichte erzählt. Im Gegensatz zu Jakobs actiongeladener Handlung, ist diese zweite Handlung eher ruhig gehalten. Wirkt diese Nebenhandlung anfangs noch sehr verwirrend und nicht ins Bild passend, gibt diese mit der Zeit die eigentlichen Zusammenhänge preis, sodass man als Leser ab einem gewissen Punkt erahnen kann, worauf die Geschichte von Jakob hinausläuft.

Jutta Maria Herrmann entwirft hier ein großes Szenario um das Thema Schuld. Schuld zu haben, Schuld zu bekommen, die Schuld jemandem zuweisen, mit der Schuld umgehen. Dieses Szenario wurde gut umgesetzt und regt teilweise zum Nachdenken an. Lediglich das Ende des Buches hat mir nicht gefallen, denn ab einem bestimmten Punkt, gab es eine für mich etwas sehr eigenwillige Auflösung der Ereignisse. Dennoch habe bis zu diesem Zeitpunkt wirklich Spaß und vor allem spannende Lesestunden mit diesem Roman gehabt.

 

ZUSAMMENFASSEND

Auch mit ihrem zweiten Roman „Schuld bist du“ ist Jutta Maria Herrmann ein interessanter und spannender Psychothriller gelungen, der sich zudem ziemlich gut mit dem Thema Schuld auseinandersetzt. Auf der Suche nach Frau und Kind wird man zusammen mit Jakob durch die nächtlichen Straßen Berlins getrieben, was für einen hohen Spannungsbogen sorgt. Nur das Ende war für mich nicht stimmig und passte daher nicht zur Geschichte und den Ereignissen. Bis dahin hat man jedoch eine spannende und aufregende Lesezeit.

4/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

Knaur Verlag | Juni 2016 | 352 Seiten | Einzelband | Taschenbuch | 9,99 EUR

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