Jugendbücher, Rezension

Katie Cotugno – So geht Liebe

Mit fünfzehn bringt Reena im Restaurant, wo sie nach der Schule bedient, die Bestellungen durcheinander, sobald Sawyer auftaucht. Mit siebzehn kommt sie mit ihm zusammen, irgendwie, es scheint Reena wie ein verrückter Traum. Der ein paar Monate später auch schon wieder vorbei ist, für Reena allerdings nicht folgenlos: Sie ist schwanger – und Sawyer verschwindet ohne ein Wort des Abschieds. Mit neunzehn steht sie ihm im Supermarkt plötzlich wieder gegenüber, und er nimmt sie in die Arme, als sei nichts geschehen. Doch Reena ist jetzt eine andere, sie hat ihre kleine Tochter Hannah, die sie über alles liebt. Sie wird nie wieder auf irgendeinen Typen hereinfallen, der sie dann einfach sitzen lässt. Die Geschichte mit Sawyer ist vorbei – oder?

 

MEINE MEINUNG

‚Es ist nichts mit Sawyer. Glaub mir, Sawyer ist eine Katastrophe. Sawyer und ich zusammen sind eine Katastrophe.‘ S. 167

Hauptaugenmerk dieser Geschichte ist die doch sehr komplizierte Liebe zwischen Sawyer und Reena. Und wenn ich sage kompliziert, meine ich kompliziert.  Es war ganz offensichtlich, dass die zwei nicht ohneeinander können – miteinander ging es aber auch nicht unbedingt immer gut. Die Themenauswahl des Buches ist grundsätzlich gut getroffen. Immerhin stellt sich hier die Frage, ob man auch in so jungen Jahren eine „gute“ Mutter sein kann, ob man überhaupt schon in der Lage ist, ein Kind groß zu ziehen. Und es geht natürlich um die Liebe. Wie funktioniert sie? Hat sie einen Plan? Auch Freundschaft und Familie sind hier ein Thema, welches mit der frühen Schwangerschaft von Reena gut harmoniert.

Reena ist eine unglaublich sympathische und liebenswürdige junge Frau, die das Leben als alleinerziehende Mutter mit ihrer Tochter Hannah erstaunlich gut meistert. Dass sie sauer ist, als Sawyer nach zwei Jahren wieder auftaucht, ist nachvollziehbar. Zum Schluss hin hat sie mich aber ein wenig genervt. Natürlich bringt Sawyers Auftauchen ihr Leben wieder durcheinander, und sicherlich ist das alles auch nicht einfach so zu verzeihen, aber man muss sagen, dass Sawyer sich wirklich bemüht hat. Sie war ständig zickig zu ihm und hat nur noch rumgejammert, was er alles falsch gemacht hat. Dass sie aber selber vielleicht ein bisschen was falsch gemacht hat, wird von ihr einfach ausgeblendet. Sawyer ist mindestens genauso behütet aufgewachsen wie Reena. Trotzdem ist er ein Stück vom Weg abgekommen. Anfangs fand ich ihn etwas mysteriös, seine Handlungen und Beweggründe waren für mich nicht unbedingt verständlich. Im Laufe des Buches ist er mir aber sympathischer geworden und als zum Ende hin alles aufgeklärt wurde, konnte ich ihn ebenso gut verstehen. Sawyer gehört zu diesen Charakteren, die man entweder mag oder nicht mag. Dazwischen gibt es nichts. Wer ihn nicht mag, wird vielleicht mit der gesamten Geschichte seine Probleme haben.

Die Kapitel sind immer abwechselnd unterteilt in Vergangenheit und Gegenwart. In der Vergangenheit wird die Zeit vor Reenas Schwangerschaft erzählt, wie sie Sawyer kennen und vor allem lieben gelernt hat. In der Gegenwart erleben wir das Leben nach der Schwangerschaft, das Leben mit Hannah und Sawyers plötzliches auftauchen. Die Mischung konnte die Charaktere gut und glaubwürdig von allen Seiten darstellen. Auch die Liebesgeschichte an sich war sehr realistisch und es ist das, was jedem passieren könnte: Man trifft jemanden, verliebt sich und das Leben geht trotz der ganzen Verliebtheit und aller Probleme einfach weiter. Leider war das aber Buch für mich ohne jegliche Spannung erzählt. Besonders die Vorher-Ereignisse verstrichen für mich teils echt langsam. Auch die Gegenwart konnte nicht immer punkten und ich gestehe, dass ich zwei oder drei Mal überlegt habe, das Buch abzubrechen.

 

ABSCHLUSSWORTE

Die Idee war schön, die Charaktere eigentlich doch sehr interessant. Das Buch spricht einige ernste Themen an. Und es zeigt, dass die Liebe scheinbar doch keinen Plan hat und nicht so einfach funktioniert, wie wir das vielleicht alle immer denken. Nur leider hat der Geschichte die nötige Spannung gefehlt, sodass es mir teils schwer fiel, weiterzulesen.

3/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

Heyne fliegt | April 2014 | 319 Seiten | Einzelband | Hardcover | 15,99 EUR
Originaltitel: How to love | übersetzt von Astrid Finke

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