Rezension

Julie Leuze – Sternschnuppenträume

Svea und ihre Familie lebten auf der kleinen norddeutschen Insel schon immer in eher bescheidenen Verhältnissen. Seit Sveas Mutter vor kurzem gegangen ist, scheint das Leben aber doppelt so schwer, denn vor der Öffentlichkeit müssen sie und ihr Vater die neue familiäre Situation geheim halten. Nick hingegen scheint das komplette Gegenteil zu sein – der gutaussehende Frauenheld, der aus gutem Hause stammt und offensichtlich ein sorgloses Leben führt. Doch auch Nicks Leben ist eigentlich ein wahrer Albtraum und er hat ebenfalls ein Geheimnis, das niemand auf der Insel erfahren darf. Als sich Svea und Nick auf einer Strandparty unter einem Himmel voller Sternschnuppen begegnen, gibt es diesen einen kurzen Moment, der die beiden auf so viele Arten verbindet. Eine Beziehung können sie sich allerdings in ihren momentanen jeweiligen Situationen nicht leisten. Und trotzdem bekommen sie den anderen einfach nicht mehr aus dem Kopf …

 

GEDANKEN ZU “STERNSCHNUPPENTRÄUME“

Die Geschichte erinnerte mich zu Beginn für einen kurzen Moment an „Romeo und Julia“, an eine Liebe, die unmöglich scheint. Trotzdem hat Julie Leuze eine sehr realistische Welt mit alltäglichen Problemen geschaffen. Die Umstände von Sveas und Nicks Familie sind ganz schön bedrückend und beklemmend und eigentlich sind ihre Familien so nah am Abgrund, dass man das Wort Familie dafür gar nicht mehr verwenden sollte. Dann kam der zauberhafte Moment als Svea und Nick sich auf der Strandparty unter einem Sternschnuppenhimmel begegnen und ich freute mich schon auf bessere Zeiten für die zwei. Doch die familiären Probleme überschatteten und erdrückten das junge Liebesglück nahezu und so sah es zunächst doch nicht mehr ganz so gut aus für die beiden …

 

Wir müssen für unsere Träume kämpfen, wir müssen uns auflehnen gegen diejenigen, die uns kleinhalten wollen. Das Leben ist das, was daraus machen, in jedem einzelnen Augenblick. Wir selbst haben es in Hand, wir selbst, von dem Zeitpunkt an, da wir keine kleinen Kinder mehr sind.
S. 51
 

Svea und Nick waren zwei Charaktere die mir sehr sympathisch waren. Besonders Svea merkte man an, dass sie eine ziemlich starke Last auf den Schultern zu tragen hat. Einzigen Halt findet sie nur noch bei ihrer besten Freundin Rieke oder in der Seehundstation, in der sie ehrenamtlich arbeitet. Auch Nick habe ich schnell in mein Herz geschlossen. Wurde er anfangs noch als der charismatische Frauenheld dargestellt, merkte man schnell, dass er eigentlich nur auf der Suche nach jemanden ist, bei dem er sich nicht verstellen muss. Er ist auf der Suche nach etwas Besonderem – so etwas was er in Svea sieht.

Der Schreibstil der Autorin gefiel mir sehr gut. Besonders mochte ich, dass der Roman abwechselnd aus Sveas und Nicks Sicht geschrieben wurde. Gerade deshalb konnte ich auch so klare Bilder von den beiden bekommen. Auch Julie Leuze scheint wie einige ihrer anderen Kollegen die Jugendsprache zu beherrschen und dabei auch noch locker, aber nicht zu übertrieben zu wirken. So war es für mich ein leichtes der Geschichte zu folgen und das Buch schnell durchzulesen.

 

ZUSAMMENFASSEND

Mit „Sternschnuppenträume“ hat Julie Leuze nicht nur einen realistischen Jugendroman mit einer wunderbaren Liebesgeschichte geschaffen, sondern bietet gleich auch noch zwei starke Hauptcharaktere, die zu überzeugen wissen. Die familiären Probleme werden immer wieder durch kleine Glücksmomente aufgelockert und man möchte eigentlich nur hoffen, dass für Svea und Nick alles gut ausgeht. Und wenn dieser Roman eins lehrt, dann dass man zwar nicht beeinflussen kann, was das Leben für einen bereit hält, aber man die Wahl hat, wie man darauf reagiert – um so vielleicht doch noch einige Sternschnuppenträume in Erfüllung gehen zu lassen.


{Werbung} Infos zum Buch

Verlag: INK Verlag
ET: April 2014
Seiten: 352
Reihe: Einzelband
Format: Hardcover

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: INK Verlag

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