Dana kann von ihrem Versteck aus hören, wie ihr Freund Alex erschossen wird. Starr vor Angst beobachtet die Inhaberin einer Alibi-Agentur, wie ein Mann mit Fuchsmaske kurz darauf die Wohnung verwüstet und dann einfach wieder verschwindet. Zunächst ist Dana überzeugt, dass Alex sterben musste, weil er als Enthüllungsjournalist zu viele Fragen stellte, doch die polizeilichen Ermittlungen ergeben schnell, dass er nicht der war, der er vorgab zu sein …

 

MEINE MEINUNG

Von Sabine Kornbichler habe ich bereits ein Buch gelesen, mit dem sie mich sehr überzeugen konnte. Da ich gelegentlich gerne zu Krimis greife, habe ich mir nach dem damals guten Start die Autorin natürlich gemerkt und war sehr gespannt auf ihr aktuelles Buch.

Nachdem „Wie aus dem nichts“ sehr dramatisch und spannend beginnt, muss man jedoch leider sagen, dass sehr lange nichts passiert. Die Geschichte plätschert mehr vor sich hin und richtig Schwung kommt nicht rein. Sicherlich entstehen beim Lesen und dem Mord viele Fragen und Ungereimtheiten. Als Leser will man einerseits schon wissen, warum Alex sterben musste und was er zu verbergen hat. Jedoch musste ich mich gerade sehr in der Mitte des Buches zwingen, weiterzulesen. Die vielen Wiederholungen, in denen gefühlt alles zehnmal durchgekaut wird, sind dabei nicht sonderlich förderlich. Dafür lässt sich die Geschichte sprachlich ziemlich einfach und zügig lesen.

Ich habe mal geglaubt, dass die Wahrheit töten würde. Aber das ist falsch. Nicht die Wahrheit tötet, sondern die Menschen, die sie nicht ertragen und deshalb zu Mördern werden.
S. 228

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Dana selbst. Ich fand es schon bei der Kristina-Mahlo-Reihe toll, dass die Autorin die Fälle nicht aus der Sicht der Polizei, sondern aus der Sicht einer Privatperson schreibt. Dana selbst war mir zwar nicht direkt unsympathisch, aber ich mochte sie auch nicht wirklich. Ich stand ihr eher neutral gegenüber. Sie ist eine durchaus starke und taffe Frau, jedoch wirken sie und ihre Handlungen gelegentlich sehr unglaubwürdig. Ich meine, wer erleidet denn keinen Schock, nach dem man mitansehen musste, wie der eigene Freund ermordet wird? Außerdem empfand ich sie zeitweise als sehr nervig, dass sie viel zu viel schlussfolgerte. Sicherlich ist das in ihrer Situation irgendwo verständlich, schließlich will sie Antworten auf ihre vielen Fragen im Kopf. Aber manchmal hat sie es einfach übertrieben.

Der Täter und das Motiv bleiben hier sehr lange undurchsichtig und in weiter Ferne. Die Autorin gibt nicht mal den kleinsten Hinweis, bei dem man Vermutungen anstellen könnte. Das war ein weiterer Grund, warum ich mit der ausbleibenden Spannung zu kämpfen hatte, da ich teilweise das Gefühl bekam, hier bewegt sich nichts vorwärts. Erst zum Schluss wendet sich die Geschichte sehr rasant und plötzlich ist glasklar, wer etwas mit dem Mord an Danas Freund Alex zu tun hat. Das ging mir viel zu schnell – so nach dem Motto: ich muss das jetzt zu Ende bringen – und war dann leider auch noch viel zu offensichtlich. Große Überraschungen fehlten an dieser Stelle also leider.

 

ZUSAMMENFASSEND

„Wie aus dem nichts“ ist ein solider Krimi, der sich durchaus lesen lässt, jedoch hat mir „Das böse Kind“ von Sabine Kornbichler weitaus besser gefallen. Dana wirkt als Protagonistin zeitweise unglaubwürdig und nervend. In die Handlung selbst kommt nach dem rasanten Anfang lange kein Schwung. Zwar gab es durchaus einige spannende Momente, aber oft musste ich mich auch motivieren weiterzulesen. Man kann das Buch lesen, jedoch gibt es im Krimibereich meiner Meinung nach auch bessere Bücher.

3/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

Piper Verlag | November 2016 | 368 Seiten | Einzelband | Taschenbuch | 12,99 EUR

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