Kurz gesagt: 3 Bücher im Schnelldurchgang #6

Jean Webster – Lieber Daddy-Long-Legs (Königskinder Verlag – 256 Seiten)

Das hier ist die Geschichte von Jduy Abbott, ein Mädchen aus dem Waisenhaus, das von einem unbekannten Spender aufs College geschickt wird und ihm zum Dank Briefe schreibt. Unendlich viele Lobeshymnen auf dieses Buch habe ich gelesen – und dann wurde ich enttäuscht. Zunächst: Ich mochte Judy mit ihrer lebhaften Art, wie sie vom naiven Waisenkind zu einer selbstbewussten, jungen Frau wurde. Ihre Lebensfreude und Neugierde waren erfrischend. Aber – die Handlung war für mich sehr eintönig und langweilig. Fast 260 Seiten lang passiert nichts, außer dass Judy ihren Alltag in Form von Briefen an Daddy-Long-Legs beschreibt. Zudem war die ganze Konstruktion und Auflösung um Daddy-Long-Legs sehr vorhersehbar. Für mich ein Klassiker, den man nicht gelesen haben muss.


 

Nicole Staudinger – Schlagertigkeitsqueen (Eden Books – 240 Seiten)

Ich gebe zu – manchmal wäre etwas Schlagfertigkeit wirklich wünschenswert, um nicht immer wieder total sprachlos da stehen zu müssen. Ein Buch mit dem Titel „Schlagfertigkeitsqueen“ sollte da doch hilfreich sein, oder? Nun ja, mit Schlagfertigkeit hat das für mich hier wenig zu tun. Oft konnte ich mich einfach mit den dargebotenen, beispielhaften Kontersätzen auf eine Bemerkung nicht identifizieren und noch öfter war es in meinen Augen nicht schlagfertig, sondern wirklich fies. Ja, wenn man einen blöden Spruch reingedrückt bekommt, dass man etwas zugelegt hat, ist das nicht nett und kann sehr kränkend sein. Aber muss ich deshalb ebenso zu einem Schlag unter die Gürtellinie ausholen? Mit der durch die Sprüche vermittelten Zickigkeit und Arroganz (die zumindest in diesem Maße bei mir ankamen), kommt man bestimmt auch nicht weiter. „Schlagfertigkeitsqueen“ hatte ein paar gute Ansätze wie z.B. sich einfach mal ein Beispiel an den Männern zu nehmen, die prinzipiell alles gelassener sehen und nicht alles bis ins kleinste analysieren. Der Großteil konnte mich aber gar nicht überzeugen und war nicht wirklich hilfreich für mich.


 

Jenny Blackhurst – Die stille Kammer (Bastei Lübbe – 446 Seiten)

Susan Webster soll vor drei Jahren ihr Baby umgebracht haben, hat an die Tat jedoch keine Erinnerung. Jetzt, nach ihrer Freilassung aus der Psychiatrie, erhält sie mysteriöse Hinweise, dass ihr Sohn noch lebt. Wahrheit oder ein perfides Spiel? Die Geschichte besitzt zwei Erzählstränge, die Stück für Stück aufgedröselt und zusammengeführt werden und sich erst ganz zum Schluss miteinander verwickeln. Die Spannung ist dabei konstant oben und man möchte unbedingt das „Wieso, warum und was ist passiert?“ herausfinden. Es ist ein verwirrendes Nest aus Geheimnissen, Manipulation und Intrigen, dessen Ausmaß einem erst am Ende begreiflich wird. Einen kleinen Punkt Abzug gibt es trotzdem, denn den Anfang fand ich etwas schleppend. Das Durchhalten lohnt sich aber, denn man wird mit einem gelungenen, gut konstruierten Psychothriller und einigen Wendungen belohnt.


 

Dieser Beitrag wird gem. § 2 Nr. 5 TMG als Werbung gekennzeichnet, da ich mit der Verlinkung des Verlags zur mittelbaren Absatzförderung beitrage. Diesen Link habe ich dennoch freiwillig gesetzt. Ich habe keine vertragliche Übereinkunft mit dem Verlag und wurde für die Rezension nicht bezahlt, sondern stelle lediglich meine persönliche Meinung dar.

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