Raus aus der Lese-Komfortzone!

Es ist spannend zu beobachten, wie sich das eigene Leseverhalten manchmal verändert. Wer dem Blog schon länger folgt, der weiß, dass ich früher sehr viele Liebesromane (inkl. New Adult) und Jugendbücher gelesen habe. Diese Genres sind bis heute nicht verschwunden, sondern immer noch in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen hier zu finden und werden vermutlich auch immer zu finden sein. Aber gerade in den letzten Monaten habe ich auch eine Veränderung meines Leseverhaltens bzw. meiner Buchwahl festgestellt. Neuerdings schaue ich mal über den Tellerrand hinaus. Und um dies zu tun, gibt es ein paar wirklich gute Gründe.

Anmerkung: Nachfolgend wird oft das Buch „Dunkelgrün fast schwarz“ von Mareike Fallwickl genannt, da dies das ausschlaggebende Buch war, das mich zu diesem Beitrag verleitet hat. Nur als Hinweis, damit ihr versteht, warum ich dieses Buch als Beispiel nenne.
 

WARUM ES SICH LOHNT, DIE LESE-KOMFORTZONE ZU VERLASSEN

Neues kennenlernen und den Horizont erweitern
Klingt abgedroschen, ist aber tatsächlich so. Vor 5 Jahren hätte ich Bücher wie „Dunkelgrün fast schwarz“ von Mareike Fallwickl nicht mal beachtet. Weil sie mich einfach nicht angesprochen hätten. Weil ich meine bisherige Leseroutine toll fand. Aber „Dunkelgrün fast schwarz“ hat mich gelehrt, dass man ruhig auch mal über seinen üblichen Bücherkonsum hinausblicken kann, weil dort ebenso wunderbare Geschichten warten. Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben, denn es ist tatsächlich zu einem Lieblingsbuch geworden. Wer hätte das gedacht?
Ähnlich ist es mit Sachbüchern. Früher dachte ich immer, Sachbücher sind langweilig. Wenn sie aber richtig gut geschrieben sind, ist es genau das Gegenteil, denn sie können tatsächlich sehr gut und informativ sein. Verrückt, diese Buchwelt.

Langeweile entgegenwirken und Abwechslung schaffen
Irgendwann stellt man fest, dass die Bücher sich alle ähneln. Das finde ich nicht schlimm, warum auch? Aber nach dem fünften Liebesroman in Folge, wird es halt langsam langweilig. Und genau dieser fünfte Liebesroman hat dann vielleicht das Pech, dass ich einfach zur falschen Zeit zu ihm gegriffen habe und mich das Buch nervt, weil ich vielleicht ähnliche Szenen und Konstellationen in den vier Büchern davor gelesen habe. Abwechslung schaffen und damit der möglichen drohenden Langweile zu entkommen, hilft. Wenn man zwischendrin einfach mal von seinem üblichen Muster abweicht und andere Bücher liest, dann hilft das, genau diese Abwechslung zu schaffen. Und zack, schon würde ich den fünften Liebesroman, den ich vorher vielleicht noch blöd fand, total cool finden.

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Aufregung spüren und wieder genauer lesen
Okay, eigentlich freue ich mich auf jedes neue Buch, das ich in die Hand nehme. Aber wie gesagt, nach vier Liebesromanen kann ich mir sehr gut denken, was im fünften Liebesroman passieren wird. Bei „Dunkelgrün fast schwarz“ habe ich tatsächlich sowas wie Aufregung gespürt. Weil so viele das Buch mochten und ich ebenfalls wollte, dass es mir gefällt. Weil ich trotz Klappentext nicht wirklich wusste, was mich erwartet. Und diese „Unberechenbarkeit“ hat mich total fasziniert. Dieses Gefühl, gar nicht genau zu wissen, was mich erwartet ist ziemlich beängstigend und euphorisch zugleich. In diesem Buch-Neuland liest man bewusster und genauer, lässt sich vielleicht noch mehr auf das Buch ein. Das fand ich ziemlich spannend zu beobachten, wie ich bei „Dunkelgrün fast schwarz“ wirklich jedes Wort gelesen und nichts überflogen habe und wie ich manche Sätze dreimal gelesen habe, weil es so unglaublich gut war.

Es wird einfacher, je öfter man es tut
Auch das klingt tatsächlich wie irgendeine komische Phrase, die Oma immer sagt und von der man nicht weiß, was sie jetzt eigentlich damit sagen will. Aber auch das stimmt. Am Anfang hatte ich sowas wie Angst, zu anderen Büchern abseits meines üblichen Musters zu greifen. (Wobei Angst etwas zu drastisch ausgedrückt ist, aber mir fällt gerade kein anderes Wort ein.) Wenn ich diesen Schritt ins Unbekannte schon wage, dann will ich bitte von dem Buch auch nicht enttäuscht werden. Das ist natürlich vollkommen irrsinnig. Logischerweise bleiben beim Verlassen der Lese-Komfortzone auch Enttäuschungen nicht aus. Nur weil ich mal zu einem anderen Buch als üblich greife, heißt das ja nicht, dass es mir gefallen muss. „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ von Carol Rifka Brunt bspw. hat mir im Gegensatz zu vielen anderen nur teilweise gefallen. Aber auch das ist okay. Ich habe es zumindest probiert und kann stolz sein, dass ich mich mal wieder überwunden und über den Tellerrand hinausgeblickt habe. Deswegen lasse ich mich davon aber nicht beirren und schaue trotzdem weiter nach Büchern, mit denen ich die Lese-Komfortzone verlassen kann. Denn jetzt wo ich weiß, was es da vielleicht noch für Schätze gibt, fällt es mir mit jedem Mal ein kleines bisschen leichter, zu diesen Büchern zu greifen und ihnen eine Chance zu geben.
 

MEINE VERLASSEN-DER-KOMFORTZONE-LESELISTE

Nach dem ich mit „Dunkelgrün fast schwarz“ fertig war, habe ich ein paar Instagram-Accounts und Blogs durchforstet und mir ein paar Anregungen geholt, mit denen ich meine Komfortzone weiterhin verlassen kann. Nachfolgend möchte ich euch ein paar Bücher davon aufzählen. Diese Liste ist nicht vollständig und wird es vermutlich auch nie sein, denn ich bin sicher, auf diese Liste werden immer wieder neue Bücher wandern oder auch wieder gestrichen. So wie das mit Wunsch- bzw. Leselisten halt ist. Es gibt keinen Zeitrahmen, keinen Druck oder sonst was, sondern ich werde zu diesen Büchern greifen, sobald sie ihren Weg in mein Regal gefunden haben oder wenn ich mich bereit fühle für dieses Buch. Die Reihenfolge hat natürlich keine Bedeutung.

Liz Spit – Und es schmilzt
Megan Hunter – Vom Ende an
Christian Buder – Das Gedächtnis der Insel
Kristin Hannah – Die Nachtigall
David Mitchell – Die Knochenuhren
Florian Wacker – Stromland
Ela Angerer – Und die Nacht prahlt mit Kometen
Paolo Cognetti – Acht Berge
Isabelle Autissier – Herz auf Eis
Celeste Ng – Kleine Feuer überall
Ray Bradbury – Der Tod ist ein einsames Geschäft
Laetitia Colombani – Der Zopf
Kent Haruf – Unsere Seelen bei Nacht
Sina Pousset – Schwimmen
Svenja Gräfen – Das Rauschen in unseren Köpfen
Michael Faber – Das Buch der seltsamen neuen Dinge
 

Wie seht ihr das? Weicht ihr auch gerne mal von eurem üblichen Bücher-Geschmack ab oder verlasst ihr euch lieber auf die Genres, die euch gefallen?

8 Kommentare bei „Raus aus der Lese-Komfortzone!“

  1. Die Komfortzone zu verlassen ist zwar schwierig, aber gerade in Sachen Bücher ist es ja nicht gravierend, wenn es doch nicht klappen sollte 🙂

    Ich lese auch gerne abwechslungsreich – mal Drama, mal Thriller, mal Historisches. Und genau der Mix macht es einfach aus bei mir.

    1. Hallo Jana,
      ja, ich verstehe schon, dass es schwierig ist die Komfortzine zu verlassen. Ich kenne das selber 🙂 Aber hier geht es ja „nur“ um Bücher 🙂 Ich versuche auch viel abwechslungsreich zu lesen – Liebesromane, Jugendbüch, Krimis, Romane etc. Aber gerade so Romane wie auf der Liste stehen hätte ich bisher halt trotzdem ignoriert, weil sie bisher sehr untypisch für mich waren 🙂

      Alles Liebe und einen schönen Sonntag noch
      Ela

  2. Hallo Ela,
    bei mir ändert sich der Lesegeschmack alle paar Jahre mal. Ich hatte eine Phase, in der habe ich nur Thriller verschlungen, dann waren es irgendwann Jungendbücher und im Moment sind es Liebesromane. Ich breche nicht bewusst aus meiner „Leseroutine“ aus, ich wachse eher irgendwann wieder hinaus. Ich merke jetzt schon, dass es mich reizt, demnächst mal wieder einen Thiller zur Hand zu nehmen, mag meine Liebesromane aber derzeit noch zu sehr, um sie zur Seite zu legen.

    Ich persönlich kann mich nicht zu zu einem bestimmten Buch zwingen. Ich habe generell nicht viel Geduld mit Bücher. Packt es mich nicht innerhalb von 10 oder 20 Seiten (manchmal haben Bücher auch nur eine Seite Zeit), dann geht es wieder zurück auf den SuB oder gleich weg. Von daher macht es für mich überhaupt keinen Sinn, zu einem Buch zu greifen, dass mich nicht aus dem Bücherregal direkt anspringt, weil wir eh nicht miteinander klarkommen würden.

    Von deiner Liste habe ich übrigens „Und es schmilzt“ und „Die Nachtigall“ schon auf meinem SuB liegen. Irgendwann werden sie gelesen, wenn die Zeit dafür reif ist.

    ich wünsche dir viel Spaß und viele tolle Stunden mit deiner Liste!
    LG
    Yvonne

    1. Hallo Yvonne,
      ich glaube du hast recht – man wächst da so mit. Früher habe ich ganz ganz viel New Adult gelesen, heute reizt mich das kaum noch. Aber in diesem Fall war es wirklich so, dass ich ganz bewusst zu „Dunkelgrün fast schwarz“ gegriffen habe. Sicherlich ist das auch einfach ein Entwicklungsschritt, aber diesmal ist es mir einfach bewusst aufgefallen, dass sich da was geändert hat. Zumindest was die Bücher angehen.

      Zu Büchern zwingen kann ich mich auch nicht. Wobei ich dem Buch dann doch noch etwas mehr Zeit gebe, mich von sich zu überzeugen – je nachdem wie dick das Buch ist, aber nach wenn es mich nach spätestens 100 Seiten noch nicht gepackt hat, wird es leider auch wieder wegglegt.

      „Die Nachtigall“ hab ich tatsächlich auch schon auf dem SuB ebenso wie „Die Knochenuhren“. Mal sehen, wann ich mich bereit dafür fühle 🙂

      Alles Liebe und einen schönen Sonntag noch
      Ela

  3. Hallo,

    über die Komfortzone wollte ich auch schon ewig einen Beitrag schreiben, aber immer, wenn ich den tatsächlich in Angriff nehmen will, schreibt jemand anders einen Beitrag darüber… Und dann gibt’s eigentlich nichts mehr zu sagen! 😉

    Dein Beitrag gefällt mir sehr gut, und ich kann dir in vielem nur zustimmen. Ich habe früher fast ausschließlich Fantasy/Romantasy gelesen, und inzwischen lese ich quer durch alle möglichen Genres und sehr gerne über meine Komfortzone hinaus.

    Mir hat „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ übrigens super gefallen, aber du bist nich die Einzige, die mit dem Buch nicht richtig warm geworden ist! In unserem Literaturlesekreis gab es auch Kritik, aber das ist ja vollkommen in Ordnung. 🙂

    Liz Spit – Und es schmilzt
    David Mitchell – Die Knochenuhren

    Die liegen auf dem Tisch, auf dem ich gerade meine Beine abgelegt habe… Bei „Und es schmilzt“ warte ich auf einen Tag, den dem ich emotional gewappnet bin, und bei „Die Knochenuhren“ auf einen ruhigen Tag, an dem ich mich wirklich konzentrieren kann.

    Kristin Hannah – Die Nachtigall
    Celeste Ng – Kleine Feuer überall
    Laetitia Colombani – Der Zopf
    Kent Haruf – Unsere Seelen bei Nacht
    Michael Faber – Das Buch der seltsamen neuen Dinge

    Stehen noch auf meiner Wunschliste. Besonders „Unsere Seelen bei Nacht“, ich fand „Lied der Weite“ von Kent Haruf großartig.

    Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.

    LG,
    Mikka

    1. Hallo Mikka,
      ich denke, du könntest ja trotzdem irgendwann einen Beitrag dazu schreiben und deine eigenen Ansichten und so darlegen. Ich finde es nicht schlimm, wenn sich dann halt was überschneidet, es gibt so viele Blogs und Beiträge, da noch wirklich ne neue Idee rauszuhauen ist eh fast unmöglich 🙂

      „Die Knochenuhren“ steht auch schon eine ganze Weile bei mir im Regal, aber rangetraut habe ich mich auch noch nicht. Danke für den Tipp mit den „Lied der Weite“, das habe ich noch nicht entdeckt.

      Danke auch für die Verlinkung!

      Hab ein schönes Wochenende.
      Alles Liebe, Ela

  4. Ich lese mittlerweile auch Bücher, die ich vor ein paar Jahren nicht zwei mal angeschaut hätte. Zum einen weil ich wohl langsam aus den Jugendbüchern rauswachse, zum anderen weil ich einfach übersättigt war und Abwechslung brauchte. Mittlerweile sprechen mich auch immer mal wieder Sachbücher an, was ich früher nie erwartet hätte und ich möchte viele Klassiker lesen, was ich in der Schule nicht besonders mochte. Ich mag diese Entwicklung total und finde es auch immer schön, bei anderen darüber zu lesen.
    „Kleine Feuer überall“ ist bei mir auch so ein Fall: Das Buch passt zwar nicht in mein übliches „Schema“ (falls ich sowas überhaupt noch habe), aber ich habe es geliebt.

    1. Hallo Jacquy,
      das mit der Übersättigung kenne ich – das war vermutlich auch bei mir der ausschlaggebende Punkt, warum ich mal etwas weiter blicke. Mich sprechen mittlerweile auch so viele verschiedene Bücher an, das ist total spannend zu beobachten. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß beim entdecken neuer Bücher, die man früher vielleicht nie beachtet hätte 🙂

      Alles Liebe, Ela

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