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Rezension, Thriller

Rezension | Megan Miranda – Der Pfad

Megan Miranda - Der Pfad

Ein abgeschiedenes Dorf im Schatten mächtiger Berggipfel: Seit zehn Jahren lebt Abby in Cutter’s Pass, North Carolina. Längst fühlt sie sich heimisch, obwohl der eigentlich so idyllische Ort ein düsteres Geheimnis hütet – seit Jahren verschwinden hier Wanderer spurlos im Gebirge. Als wäre der Ort verflucht. Dann taucht in einer stürmischen Gewitternacht plötzlich ein Fremder in Cutter’s Pass auf: Trey West ist gekommen, um herauszufinden, was damals mit seinem Bruder geschah. Denn auch er kehrte von jenem berüchtigten Pfad in die Wildnis niemals zurück. Je tiefer sich Abby in Treys Recherchen hineinziehen lässt, desto deutlicher merkt sie, wie die Dorfbewohner zusammenrücken und eine Mauer des Schweigens um sich errichten. Und bald muss sich Abby fragen, wie gut sie ihre Nachbarn tatsächlich kennt – und ob die Gefahr wirklich in den Bergen lauert. Oder nicht vielleicht dort, wo man sich eigentlich in Sicherheit wähnt…

– Penguin Verlag


 

GEDANKEN ZU „DER PFAD“

Megan Miranda war mir bisher kein Begriff, aber ich bin in der Buchhandlung aufgrund des Klappentextes und des Covers von DER PFAD neugierig geworden. Ich habe mir vorher weder Rezensionen noch sonst eine Meinung über das Buch durchgelesen, sondern wollte mich einfach überraschen lassen.

Allerdings war das Buch am Ende eher ernüchternd. Es zieht sich teilweise wirklich in die Länge und ich war mehr als einmal davor das Buch abzubrechen. Die Grundstory fand ich super spannend und es gab immer wieder Momente, in denen ich mir dachte: Jetzt geht’s endlich los. Aber diese Momente währten nur kurz und insgesamt verschwendet die Autorin viel zu viel Zeit auf unnötige Kleinigkeiten und Details. Dadurch verläuft gerade die erste Hälfte sehr schleppend und die Story geht kaum vorwärts. Die zweite Hälfte konnte mich dagegen etwas mehr packen, weswegen ich das Buch auch zu Ende gelesen habe. Es ist zwar keine konstante, atemanhaltende Spannung, aber man merkte trotzdem deutlich, wie das Tempo hier erhöht wurde und es den einen oder anderen Twist gab.

 

Es waren die Geheimnisse, von denen die Menschen angezogen wurden. – S. 125

 

Megan Miranda schafft in DER PFAD eine gute Atmosphäre. Man merkt sofort dieses Geheimnisvolle und Mysteriöse, das aufgrund der verschwundenen Touristen über allem liegt. Ein abgelegener Ort in den Bergen. Das immerwährende Gefühl, dass hier viele Geheimnisse schlummern. Distanzierte Dorfbewohner, die mit keiner Silbe gewillt sind, bei der Aufklärung der Vermisstenfälle zu helfen. All das hat die Autorin gut transportiert. Mit jeder Seite spürt man, dass hier etwas Rätselhaftes vor sich geht. Trotzdem gab es nur wenig Action, kaum Emotionen und an einigen Stellen wirkte die Story doch etwas zu stark konstruiert.

Abby, aus deren Perspektive man die ganze Story erlebt, war mir einigermaßen sympathisch. Der Rest der Charaktere bleibt dagegen wenig greifbar. So distanziert die Personen in der Story sind, so kommen sie auch rüber. Nicht einmal Trey, der eigentlich eine Schlüsselrolle haben sollte, lernt man näher kennen. Er taucht einfach ab und zu auf, nach dem Motto: Ach ja, ihn gab es ja auch noch. Alle wirken flach, als hätte die Autorin irgendwelche Spielfiguren gebraucht, über die sie sich aber vorher keine großen Gedanken gemacht hat. Auch die Auflösung und das Ende fand ich etwas dürftig und schnell aus dem Hut gezaubert, denn über kurz oder lang musste halt ein Ende her.

 

KURZ & KNAPP

Ich würde DER PFAD nicht unbedingt als Thriller bezeichnen. Allein schon, weil gesamt gesehen dafür einfach zu wenig Spannung vorhanden war. Das Buch hatte gute Ansätze und gerade in der zweiten Hälfte wird das Tempo gut erhöht. Auch mit dem Setting und der Atmosphäre punktet die Autorin Dennoch gab es zu viele Dinge, mich störten: Flache Charaktere, unnötige Kleinigkeiten, ein eher dürftiges Ende. Bestimmt kann Megan Miranda es besser, aber für mich war DER PFAD erstmal das erste und letzte Buch von ihr.

Insgesamt
4.3/10
4.3/10
  • Story - 4/10
    4/10
  • Charaktere - 3/10
    3/10
  • Schreibstil - 6/10
    6/10
  • Spannung - 5/10
    5/10
  • Unterhaltungsfaktor - 4.5/10
    4.5/10
  • Authentizität - 3/10
    3/10

 
Bibliografie
Penguin Verlag – ET: Januar 2024 – 384 Seiten – Einzelband – Klappenbroschur- 16,00 EUR
Originaltitel: The Last to Vanish – übersetzt von Melike Karamustafa

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