Rezension

Hörbuch: Jojo Moyes – Ein ganzes neues Leben

Rezensionsexemplar

Achtung Fortsetzung! Spoilergefahr zum Vorgängerband!
Sechs Monate hatten Louisa Clark und Will Traynor zusammen. Ein ganzes halbes Jahr. Und diese sechs Monate haben beide verändert. Lou ist nicht mehr das Mädchen aus der Kleinstadt, das Angst vor seinen eigenen Träumen hat. Aber sie führt auch nicht das unerschrockene Leben, das Will sich für sie gewünscht hat. Denn wie lebt man weiter, wenn man den Menschen verliert, den man am meisten liebt? Eine Welt ohne Will, das ist für Lou immer noch schwer zu ertragen. Ein einsames Apartment, ein trister Job am Flughafen – Lou existiert, aber ein Leben ist das nicht. Bis es eines Tages an der Tür klingelt – und sich eine Verbindung zu Will auftut, von der niemand geahnt hat. Endlich schöpft Lou wieder Hoffnung. Hoffnung auf ein ganz neues Leben.

 

GEDANKEN ZU „EIN GANZ NEUES LEBEN“

Als ich hörte, dass es eine Fortsetzung von „Ein ganzes halbes Jahr“ geben soll, war ich skeptisch. Ich habe den ersten Teil geliebt. Trotzdem habe ich mich nicht auf die Fortsetzung gefreut, da ich Angst hatte, dass sie mir den ersten Band kaputt macht. Leider bin ich ein viel zu neugieriger Mensch, weswegen ich das Buch wenigstens hören wollte.

Jedoch wurden meine Befürchtungen wahr, denn ich wurde leider ziemlich enttäuscht. Ehrlich gesagt hatte ich schon nach drei CDs keine Lust mehr und habe es nur noch zu Ende gehört, weil ich Bücher in der Regel gerne beende und nicht, weil mich das Ende noch groß interessiert hätte. Das hat vor allem mit der Person zu tun, die da plötzlich vor Lous Tür stand. Ich will hier nicht zu viel verraten, aber ich dachte mir nur: „Das kann die Autorin nicht ernst meinen.“ Mir kam das alles zu gewollt vor. Durch diese Person, die vor Lous Tür steht, gibt es sicherlich einen roten Faden in der Geschichte, aber mich konnte Jojo Moyes damit einfach nicht überzeugen. Mir fehlte das Gefühl, die Autorin konnte mich hier nicht mal annährend berühren. Zudem war die Geschichte ziemlich vorhersehbar, so dass ich nie diesen Was-passiert-hier-gerade-Gedanken hatte. Auch fand ich es oft einfach langweilig und zu sehr in der Länge gezogen, ein Problem, dass ich auch schon bei ihren anderen Büchern hatte. Außerdem gab es für mich zu viele Schauplätze und zu viele Charaktere, die da durch Lous Leben stolpern.

Sicherlich war es schön, ihre Familie oder auch Wills Eltern wiederzutreffen, aber was hat z.B. Lous Exfreund Patrick hier zu suchen, eine Person an die sie nicht mal denkt einen Gedanken zu verschwenden? Was ich ebenfalls sehr schade fand, war, dass Lou diese Lebensfreude aus dem Vorgängerband gefehlt hat. Anfangs ist das vielleicht noch nachvollziehbar, aber irgendwann ging mir ihre Trauer sehr auf die Nerven. Ich konnte da einfach keine Entwicklung sehen, mir fehlte die Richtung, die zu diesem neuem Leben führt.

Dafür muss man sagen, dass der Argon Verlag offenbar gute Sprecher hat, denn ich mochte die Stimme von Luise Helm sehr. Sie hat eine leise, angenehme Stimme, die zu Lou und ihrer ganzen Trauer passte und gut dargestellt wurde. So gut mir die Sprecherin gefallen hat, ändert es leider nichts daran, dass hier der Funke, wie bei seinem Vorgänger, nicht übergesprungen ist.

 

ZUSAMMENFASSEND

Ich denke man sollte hier nicht mit zu hohen Erwartungen rangehen. Wenn ihr nachher positiv überrascht werdet – umso besser. Mich hat „Ein ganz neues Leben“ nicht packen, nicht berühren und vor allem nicht überzeugen können. Egal wie sehr sie einem vielleicht auch das Herz brechen – manche Bücher brauchen einfach keine Fortsetzung. Und das war hier eindeutig der Fall für mich.


{Werbung} Infos zum Buch

Verlag: Argon Verlag
ET: Oktober 2015
Laufzeit: ca. 580 Minuten
gelesen von: Luise Helm
Reihe: Band 2
Preis: 19,95 EUR

Reihenfolge:
Band 1: Ein ganzes halbes Jahr
Band 2: Ein ganz neues Leben

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Argon Verlag

4 Comments

  • Nicky S.

    HuhuBin gerade über deinen Blog gestolpert und bleibe direkt als Leserin hier ;)Ein echt toller Blog!Viel Spaß weiterhin beim Lesen und BloggenLiebe GrüßeNicky von the-infinite-bookshelf.blogspot.de

  • Natalie Goevert

    Vielen lieben Dank für diese Rezension. Erst vor ein paar Tagen habe ich mich mit einer Bekannten unterhalten und eben jene Bedenken geäußert, die du auch kennst: das manche Bücher eben keine Fortsetzung brauchen, der zweite Band dadurch einfach "irgendwie blöd ist" und überhaupt nicht überzeugen kann. Daher werde ich wohl die Finger von diesem Buch lassen und Lou und Will so in Erinnerung behalten, wie sie im ersten Band waren. (Vulgäre Sprache mag ich in Büchern eh nicht und ist für mich tatsächlich schon DER Grund gewesen ein Buch bzw. Hörbuch abzubrechen, zumindest dann, wenn diese Ausdrücke eben sehr unpassend sind.)Liebe GrüßeNatalie

  • Elas Leselounge

    Hallo Natalie, ich habe eh nicht verstanden, warum hier unbedingt ein zweiter Teil her muss. Natürlich war das Ende nicht schön, aber es war nun einmal einfach die Geschichte von Lou & Will und die war trotz der Tränen am Ende eigentlich perfekt. Aber nun gut, ändern kann man es jetzt eh nicht, ich war einfach zu neugierig dafür, weswegen ich um das (Hör-) Buch einfach nicht drum herum gekommen bin 🙂 Alles Liebe, Ela

  • Vivi

    Liebe Ela,
    ich habe „Ein ganzes halbes Jahr“ geliebt. Auch Lou und Will, die Art wie er sie später behandelt hat und ihr zugehört hat. (Hat man ja gemerkt, als er ihr die Hummelstrumpfhose geschenkt hat 😀 )
    Auch mir hat es das Herz gebrochen, aber du hast Recht. Manche Bücher sollten einfach Einzelbände bleiben, außerdem hat der 1. Band ja nicht so geendet, das man umbedingt ein 2. Buch haben muss.
    Liebe Grüße, Vivi

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