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Krimis, Rezension

Rezension | Romy Fölck – Sterbekammer

Romy Fölck - Sterbekammer

Dunkel ragt die Silhouette der alten Deichmühle in den Himmel. Es ist ein unheimlicher Ort, an den sich der alte Josef Hader vor vielen Jahren zurückgezogen hat. Seither meidet er jeden Kontakt mit den Menschen im Dorf. Als eines Nachts von Polizistin Frida Paulsen die Leiche dieses Eigenbrötlers entdeckt wird, ist das nicht ihr einziger grausiger Fund in dem alten Gemäuer: Unter einer Bodenklappe verbirgt sich eine spärlich möblierte Kammer, die Schreckliches erahnen lässt. Auf dem Bett liegt ein Sommerkleid, das Fridas Kollegen Bjarne Haverkorn nur allzu bekannt vorkommt. Vor zehn Jahren verschwand in der Marsch eine junge Frau, von ihr fehlt bis heute jede Spur…

– Bastei Lübbe


 

GEDANKEN ZU „STERBEKAMMER“

Der mittlerweile dritte Fall für das Ermittlerduo Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Und in STERBEKAMMER geht es dabei richtig zur Sache. Für mich ist das bisher der beste Band der Reihe und wenn man auch die zwei vorherigen Bücher gelesen hat, erkennt man, was für eine richtig gute Entwicklung Romy Fölck als Krimiautorin bisher gemacht hat!

Der Einstieg in das Buch viel mir sehr leicht und nach einem kurzen Abstecher in das Privatleben von Frida und Bjarne, geht der Fall auch schon direkt los. Die im Klappentext angekündigte mysteriöse Kammer wird schnell gefunden und bringt dem 10 Jahre alten Fall um die verschwundene Anneke wieder Aufmerksamkeit. Ich war sofort in der Geschichte drin und wollte wissen, wie es weitergeht.

Und dabei tappt man wirklich lange im Dunkeln. Ich hatte immer wieder meine Verdächtigen, die dann im nächsten Moment von der Autorin wieder über den Haufen geworfen wurden. Manchmal bekommt man aber auch das Gefühl, dass selbst die Ermittler keine Ahnung haben, sodass es sich teilweise im Kreis dreht. Noch vor der offiziellen Auflösung wird man es aber vermutlich schaffen, den wahren Täter zu identifizieren und die Ereigniskette grob zu rekonstruieren. Das ist aber nicht schlimm, da man 1. trotzdem bis kurz vor der Auflösung miträtselt und 2. die Auflösung an sich dann doch noch die eine oder andere Überraschung parat hält.

Außer den Sichten von Frida und Bjarne gibt es auch noch eine Art Tagebucheinträge, die ganz offensichtlich von der verschwundenen Frau stammen. Und erst hier wird einem das ganze Ausmaß bewusst. Es sind wirklich schaurige Momente dabei und Romy Fölck versteht es gekonnt mit Dingen wie Verlust, Dunkelheit und Enge zu spielen, sodass man selbst schon fast Beklemmungen bekommt. Das Grauen findet also eher in den Köpfen und im eigenen Vorstellungsvermögen statt, aber das reicht schon um einen – gerade als Frau – das Blut in den Adern gefrieren zu lassen.

Frida und Bjarne werden mir übrigens mit jedem Buch sympathischer. Im ersten Band TOTENWEG hatte ich wirklich so meine Probleme mit ihnen, aber mittlerweile habe ich sie richtig in mein Herz geschlossen und verfolge auch ihr Privatleben gerne. Diesmal waren es mir aber fast schon ein bisschen zu viele Einblicke in das Privatleben. Dadurch gerieten die Ermittlungen und der Fall manchmal ins Stocken und die Spannung wird an der einen oder anderen Stelle ein bisschen geschmälert. Aber das ist ja nur meine Meinung, die Szenen um das Privatleben fügen sich trotzdem ganz gut in die Story ein.

Abgerundet wird STERBEKAMMER durch den tollen Schreibstil von der Autorin. Sie schreibt mit viel Intensität, sodass man förmlich an der Story klebt und zieht am Ende logische Verbindungen. Das Elbmarschseeting baut sie dabei auch super weiter aus und man trifft sowohl auf alte Bekannte als neue Gesichter, von denen man sicherlich in den anderen Bänden mehr lesen wird. Es bleibt also spannend!

 

KURZ & KNAPP

Für mich ist STERBEKAMMER bisher der beste Band der Krimireihe. Der Fall ist sehr gut konstruiert, logisch gelöst und sorgt immer wieder für Beklemmungen und grausige Vorstellungsmomente im Kopf. Man rätselt lange mit, wer der Täter ist und auch wenn man ihn vielleicht schon vor der offiziellen Auflösung identifiziert, so bietet Romy Fölck am Ende doch die eine oder andere Überraschung. Eine große Leseempfehlung und ich freue mich jetzt schon auf die weiteren 3 bisher erschienenen Bände.

Insgesamt
9.6/10
9.6/10
  • Story - 9/10
    9/10
  • Charaktere - 10/10
    10/10
  • Schreibstil - 10/10
    10/10
  • Spannung - 9/10
    9/10
  • Authentizität - 10/10
    10/10

 
Bibliografie
Bastei Lübbe – ET: September 2019 – 432 Seiten – Band 3 – Taschenbuch: 13,00 €
 
Elbmarsch-Reihe, unabhängig voneinander lesbar:
Band 1: Totenweg
Band 2: Bluthaus
Band 3: Sterbekammer
Band 4: Mordsand
Band 5: Nebelopfer
Band 6: Düstergrab

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