Greer Hendricks & Sarah Pekkanen -The Wife between us

Rezensionsexemplar

Drei Frauen, ein Mann. Viele Geheimnisse. Und nur eine Wahrheit.
Vanessa: Das perfekte Leben, das war einmal. Seit der Scheidung von Richard ist sie ein Wrack. Nur ein Gedanke hält sie aufrecht: seine Hochzeit mit der anderen zu verhindern.
Nellie schwebt im siebten Himmel: Ausgerechnet sie, die alles andere als ein aufregendes Leben führt, hat sich der attraktive, charismatische Richard ausgesucht. Alles wäre perfekt, gäbe es da nicht Dinge, die aus dem neuen Heim verschwinden. Und diese Frau, die sie beobachtet.
Emma: «Ich weiß, du wirst mir nicht glauben, aber du musst die Wahrheit über Richard erfahren.» So beginnt der Brief, den sie eines Tages erhält. Emma ist skeptisch, jeder weiß, dass Nellie von Richard besessen ist. Und wohin das führen könnte …
 

GEDANKEN ZU „THE WIFE BETWEEN US“

Oft beginne ich eine Rezension damit, nochmals kurz die Handlung und die Charaktere zu beleuchten. Es ist diesmal tatsächlich ein bisschen schwierig, auf beides noch näher einzugehen, denn alles würde unwillkürlich in mehreren Spoilern enden. Dennoch sei zumindest zu den Charakteren kurz angemerkt, dass die Anzahl sehr überschaubar ist. Alle sind am richtigen Platz, sie sind gut durchdacht und vielseitig ausgearbeitet.

„The Wife between us“ ist ein komplexer und ziemlicher verdrehter psychologischer Spannungsroman. In dieser Geschichte wird eine Ehe in ihre kleinsten Einzelheiten seziert, beginnend bei der ersten Verliebtheit über mysteriöse Ungereimtheiten, Lügen und Geheimnisse bis hin zu Verrat und berechneter Manipulation. Man kann sich im Verlauf nie wirklich sicher sein, wer hier welches Spiel spielt, nach welchen Regeln dieses Spiel abläuft und wem man letztlich vertrauen kann. Ich stellte die ganze Zeit Annahmen und Vermutungen an, lag aber mit so ziemlich allem falsch. Es zeigte sich, dass ich in die komplett entgegengesetzte Richtung gedacht habe, als die beiden Autorinnen – und zwar was alle drei Frauen betrifft.
 

Ich war glücklich, glaube ich, aber heute frage ich mich, ob mein Gedächntnis mir da einen Streich spielt. Ob es mir das Geschenk der Selbsttäuschung macht. Wir alle schichten solche Täuschungen über unseren Erinnerungen; sie sind die Filter, durch die wir unser Leben betrachten wollen.
S. 131
 

Das Buch ist in drei Teile unterteilt. Den ersten Teil, welcher ungefähr 185 Seiten umfasst, fand ich sehr langgezogen und ziemlich unspektakulär. Ich dachte, ich wüsste worauf die Autorinnen hinausmöchten und hatte zwischendrin schon überlegt, das Buch abzubrechen. Am Ende dieses ersten Teils haben Greer Hendricks und Sarah Pekkanen aber die erste von vielen große Überraschungen auf Lager, die ich so nicht habe kommen sehen – und ab da konnte ich das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen. Ab Teil 2 wurde ich dann unaufhaltsam in das Leben der Charaktere gezogen. Mit jedem Rückblick, jeder Erzählung und jeder Analyse, mit jedem neuen Vorfall in der Vergangenheit und Gegenwart, gerät man tiefer in die Handlung und erfährt die ganzen hässlichen Wahrheiten. Letztendlich haben die beiden Autorinnen die gesamte Handlung clever durchdacht und aufgebaut, geschickt weitergeführt und logisch enden lassen. Das erste Drittel war notwendig, damit alles in dieser Geschichte zusammenpasst. Und das tat es.
 

ZUSAMMENFASSEND

„The Wife between us“ ist ein gut durchdachter und logisch aufgebauter psychologischer Spannungsroman, in der Lügen, Geheimnisse und Manipulation eine wichtige Rolle spielen. Die Autorinnen bieten einige Überraschungen und Wendungen, die ich in dieser Form nicht erwartet habe. Auch wenn das erste Drittel für die Gesamthandlung notwendig ist, ließ sicher dieser Abschnitt für mich mühselig und langatmig lesen. Das Durchhalten lohnt sich aber, denn spätestens ab Teil 2 geriet ich immer tiefer in diese Geschichte. Ich hoffe sehr, dass es bald mehr von den beiden Autorinnen zu lesen gibt.


{Werbung} Bibliografie
Rowohlt Verlag // ET: Mai 2018 // 448 Seiten // Einzelband // Klappenbroschur // 12,99 EUR
Originaltitel: The Wife between us // übersetzt von Alice Jakobeit

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Rowohlt Verlag

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