Rezension

Nunu Kaller – Fuck Beauty!

Ladies, liebt euch selbst!
Zu viel? Zu laut? Zu plump? Zu dick? Zu dünn? Zu unweiblich? Es ist kaum zu glauben: 96 Prozent aller Frauen weltweit haben etwas an sich auszusetzen, nur vier Prozent finden sich wirklich schön. Was um Himmels willen ist da los?Auch Nunu Kaller kennt das Gefühl, nicht attraktiv genug zu sein, seit Kindertagen. In »Fuck Beauty!« geht sie nun anhand ihrer eigenen Geschichte der Frage nach, warum sich immer mehr Frauen unwohl in ihrer Haut fühlen. Warum so viele so obsessiv damit beschäftigt sind, sich zu »verschönern«. Authentisch, ehrlich und mit viel Humor erzählt Kaller, wie sie gelernt hat, dieses Hadern mit den eigenen Makeln und den Selbstoptimierungswahn hinter sich zu lassen. Und sie fordert uns alle zu einem liebevolleren Umgang mit dem eigenen Aussehen auf. Jetzt. Nicht erst in fünf Kilo weniger oder mehr. Denn es geht nicht nur um Schönheit, es geht um eine Lebenseinstellung: Wenn man sich selbst liebt, strahlt man das aus – und erlebt schönere Dinge!

 

„GEDANKEN ZU „FUCK BEAUTY!“

Wie (vermutlich) viele Frauen habe auch ich ein großes Problem mit mir selbst. Ich bin jetzt nicht stark übergewichtig, aber dennoch sind da 6 oder 7 vielleicht auch 8 Kilo zu viel. Dennoch bin ich tendenziell eher unzufrieden als zufrieden mit mir. Das brachte mich also nun zu Nunu Kallers Buch.
 

Dieses Sich-selbst-Vormachen, dass man ja irgendwann mal schlank und schön sein wird und dass dann das echte Leben anfängt, ist ein hoch riskantes Manöver. Denn man nimmt sich dadurch ungeheuer viel an Lebensqualität.

 

Nunu Kaller macht in „Fuck Beauty!“ eine Liebeserklärung an das Aussehen der Frau – und zwar vollkommen egal mit welchen Körpermaßen. Sie beschäftigt sich mit vielen Fragen und versucht Antworten darauf zu finden. Die Autorin räumt mit dem Gesellschafts- und Medienzwang auf und versucht, die Augen für diesen Druck, der da ausgeübt wird, zu öffnen. Sie beschäftigt sich mit Diäten, vermeintlichen Schönheitsidealen und Selbstdarstellung. Und sie nimmt den Leser auf ihrem eigenen Weg zur Selbstliebe mit. Das macht Nunu Kaller mal ernst, mal sarkastisch, mal nachdenklich, mal mit Humor und mit ganz viel Selbstreflexion. Nunu Kaller öffnet die Augen dafür, warum es uns eben nicht glücklich macht, einem von den Medien auferlegten Schönheitsideal nachzueifern – denn nur weil ich 10 Kilo weniger wiege, habe ich immer noch die gleichen Probleme. Besonders „schockierend“ für mich: Eine Instagram-Bildbearbeitungsapp, mit der Frau sich gerne mal 10 Kilo wegschummeln kann, ohne dass es auffällt, wenn man die Person nicht sehr gut kennt. Haltet mich gerne für naiv, aber ich wusste echt nicht, dass es solche Apps gibt. Ich werde nie wieder einem Instagram-Account trauen können!
 

Dieselben Medien, die uns Frauen gut zureden, uns selbst zu lieben, wie wir sind, geben uns gleichzeitig endlos Tipps, wie wir uns ändern können.

 

Tatsächlich hat mich „Fuck Beauty!“ selbst stark zum Nachdenken und reflektieren gebracht. Ich habe mich in sehr vielen Sätzen wiedererkannt, was irgendwie auch ziemlich erschreckend ist. Und Nunus Gedankenspiele konnte ich sehr gut nachvollziehen. Würden wir bspw. einer Freundin sagen, dass ihr Hintern die reinste Katastrophe ist? Eben. Warum machen wir uns dann selbst so klein und sehen nur unsere Makel? Es zeigt, wie absurd das alles eigentlich ist.

Es gab an diesem Buch jedoch ein paar kleine Knackpunkte: Zum einen störten mich die ganzen Wiederholungen. Ich habe bereits nach den ersten 100 Seiten verstanden, was die Autorin mir sagen will. Die Wiederholungen – nur immer etwas anders formuliert – waren für mich leider zu viel. Zum anderen war einiges für mich zu oberflächlich. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, was der Grund dafür ist, warum es dem einen oder anderen Thema manchmal an Tiefe fehlte.

 

ZUSAMMENFASSEND

Nunu Kaller sagt eigentlich nichts Neues in „Fuck Beauty!“, schafft es aber trotzdem auf dieses Thema der Schönheit und Selbstliebe aufmerksam zu machen. Die Autorin räumt mit dem Mediendruck, Diäten und Selbstdarstellung auf. Leider bestand das Buch ab einem Zeitpunkt für mich nur noch aus Wiederholungen und einige Themen hätten sehr gerne noch etwas ausführlicher und tiefer behandelt werden können. Ein Stück weit die Augen geöffnet und zur Selbstreflexion anregen kann Nunu Kaller mit diesem Buch aber trotzdem.


{Werbung} Infos zum Buch

Kiepenheuer & Witsch || ET: Januar 2018 || 256 Seiten || Einzelband || Taschenbuch || 12,99 EUR

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Kiepenheuer & Witsch Verlag

2 Comments

  • Lotta

    Liebe Ela,
    ich habe das Buch auch gelesen und war anfangs schwer begeistert, nur muss ich leider auch sagen, dass vieles von dem was darin geschrieben ist, zwar gut für das eigene Selbstbewusstsein ist und damit eben für die Psyche, aber vollkommener Blödsinn im Bezug auf die Gesundheit. Es ist nicht gesund Übergewicht zu haben und erst recht nicht in dem Ausmaß wie die Autorin es beschreibt. Ob das schön ist oder nicht, dass sei dahin gestellt. Ich denke, dass sich jeder so schön fühlen darf wie er ist, aber man sollte sich darüber im Klaren sein, dass Übergewicht definitiv gesundheitsschädlich ist und dass damit verbunden auch eine Belastung für den Körper und den Geist ausgeht.

    Trotzdem finde ich das Buch nicht schlecht um das Selbstwertgefühl aufzubauen und wieder mal gesagt zu bekommen, dass man nicht hässlich ist nur weil man eine oder zwei Rollen am Bauch hat.

    Liebe Grüße.

    • Ela

      Hallo Lotta,
      ich habe jetzt nichts dagegen, wenn man halt 5 oder 10 Kilo zu viel wiegt. Bei mir ist es ja nicht anders. Das mit dem Übergewicht verstehe ich und ab einem bestimmten Zeitpunkt ist es wirklich nicht mehr gesund, sondern einfach nur gefährlich. Allerdings ist es wirklich hilfreich mal wieder vor Augen geführt zu bekommen, dass auch nicht gleich Welt untergeht, wenn man keinen BMI von 20 oder so hat und halt ein kleines Bäuchlein da ist. Alles halt in Maßen 🙂

      Alles Liebe, Ela

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