New Adult,  Rezension

T. M. Frazier – Wild Hearts. Kein Blick zurück

Rezensionsexemplar

Sich auf die Liebe einzulassen ist wie sich seiner größten Angst zu stellen. Es tut weh. Du kannst alles verlieren. Aber wenn du mutig bist, alles gewinnen.

Ein alter Camper und ein Stück Land im Nirgendwo von Florida ist alles, was Sawyer Dixon nach dem Tod ihrer Mutter geblieben ist. Weit weg von ihrer Vergangenheit will sie einen Neuanfang wagen. Doch sie hat nicht mit ihrem neuen Nachbarn Finn gerechnet. Der missmutige (und furchtbar attraktive) Einzelgänger ist wenig begeistert davon, dass Sawyer vor seiner Haustür campt – und ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will!

 

GEDANKEN ZU „WILD HEARTS. KEIN BLICK ZURÜCK“

In „Wild Hearts“ haben es die Protagonisten nicht leicht und beide haben mit dem Tod eines geliebten Menschen zu kämpfen. Während Sawyer vor ihrer Vergangenheit davonrennt, findet Finn aus seiner Vergangenheit nicht mehr raus.

Sawyer ist ein furchtloser, mutiger Mensch und das trotz ihrer Erziehung, in der ihr beigebracht wurde, dass Frauen Menschen zweiter Klasse sind und sich unterzuordnen haben. Ihr Vater war jemand, der gerne trinkt und zuschlägt. Trotzdem ist es erstaunlich zu beobachten, wie offen Sawyer durchs Leben geht. Sie ist diese typische Unschuld, die in absolut nichts Erfahrung hat. Manchmal ist sie dadurch etwas naiv, aber sie hat es faustdick hinter den Ohren und ist nicht auf den Mund gefallen. Saywer ist eine gute, warmherzige Person, die mir schnell sympathisch wurde.

Finn sollte am Anfang ganz klassisch unsympathisch wirken, aber irgendwie war er es nie. Selbst als jemand, der komplett zurückgezogen lebt, der alle aus seinem Leben verdrängt und vertreibt, als jemand, dessen Leben buchstäblich den Bach runtergeht, mochte ich ihn noch. Auch wenn er sich dank Saywer verändert und das Leben wieder zu schätzen lernt, so denke ich doch, dass Finn noch einiges aufzuarbeiten hat. Die Autorin versuchte zwar den Schlenker dahingehend zu machen, dass Finn mit seiner Vergangenheit abschließt, aber ich bin noch nicht ganz überzeugt davon, dass er wirklich schon damit abgeschlossen hat. Auch war er mir an vielen Stellen noch zu oberflächlich, da es immer nur um diesen einen dramatischen Tag ging. Ich hoffe sehr, dass Finn da im zweiten Teil noch etwas mehr Tiefe und Charakterzüge bekommt.

„Wild Hearts“ besticht durch einen leicht zu lesenden, flüssigen und für New Adult typischen Schreibstil. Es war einfach, in das Buch zu finden und es hatte diese besondere Intensität, in der man sofort versinkt. Der Umgang mit dem Verlust, mit dem beide kämpfen, war komplett gegensätzlich, aber keineswegs unrealistisch. Jeder reagiert anders und das hat Frazier authentisch dargestellt. Das Setting und die sympathische Kleinstadt Outskirts fand ich großartig. Besonders die (zum Großteil) liebenswerten Mitbewohner vermittelten dieses Gefühl, dass man sofort willkommen ist und sich gleich wie zu Hause fühlt. Was ich allerdings gar nicht mochte, war der im Buch auftretende Umgang mit Drogen. Oder zumindest, dass es so verharmlost wurde. Ich finde es immer schwierig, wenn ein Charakter so leichtfertig Drogen konsumiert und das Thema verharmlost wird. Und wenn schon nicht auf mögliche Folgen hingewiesen wird, könnte doch bitte irgendjemand etwas dazu sagen oder das ganze einfach mal etwas kritischer betrachtet werden.

In „Wild Hearts“ findet sich alles wieder – Liebe, Lebensgeschichten, ein bisschen Drama und viel Humor (besonders durch die Charaktere Josh und Miller – ich liebe die beiden!). Die Beziehung von Sawyer und Finn war das klassische Push-and-Pull, die aber viel Spaß gemacht hat. Die vielen Geheimnisse, die am Ende auftreten, fügen sich gut in die Handlung ein und bieten viel Potenzial für den Folgeband. Und da T. M. Frazier am Ende trotz der Vorhersehbarkeit und der vielen Klischees doch noch die eine oder andere Überraschung parat hatte, bin ich sehr auf den zweiten Teil gespannt.

 

KURZ & KNAPP

„Wild Hearts“ ist eins der Bücher, in denen man sich sofort wie zu Hause fühlt und augenblicklich versinken kann. Obwohl Finns Charakter noch nicht genügend Tiefe hatte, scheinen er und Sawyer perfekt aufeinander abgestimmt zu sein und ihre Beziehung zu verfolgen, machte sehr viel Spaß. Auch wenn ich die Verharmlosung des Drogenkonsums nicht gutheiße und teilweise ein Klischee nach dem anderen bedient wurde, so bietet der erste Band der Outskirts-Reihe so ziemlich alles was ein unterhaltsamer New Adult Roman benötigt. Mit kleinen Schwächen und ein paar Abstrichen kann „Wild Hearts“ also überzeugen und macht Lust auf den Folgeband.


Bibliografie
LYX Verlag – ET: März 2019 – 304 Seiten – Band 1 – Klappenbroschur – 12,99 EUR
Originaltitel: The Outskirts – übersetzt von Anja Mehrmann

The Outskirts
Band 1: Wild Hearts. Kein Blick zurück
Band 2: Wild Souls. Mit dir für immer

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