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Rezension

Literaturtanz #4

Auch in der Unregelmäßigkeit liegt etwas regelmäßiges 😀 Daher ist es heute mal wieder Zeit für den Literaturtanz – und ein paar tollen Buchtipps. Viel Spaß!

 

BUCHTIPPS: LOVE IS IN THE AIR

Lessons from a One-Night Stand

Vor drei Jahren habe ich die deutschen Übersetzungen der San-Francisco-Hearts gelesen und wusste: Piper Rayne muss ich im Auge behalten! Aber ihr wisst ja, wie das immer so ist… Jetzt habe ich mich aber endlich an die Baileys-Serie gewagt. Ich mochte die Geschichte von Holly und Austin wirklich gerne, mochte sie als Charaktere und habe ihre Interaktion zusammen sehr gerne gelesen. Aber auch die schräge Kleinstadt in Alaska ist sehr passend und liebevoll gewählt, dazu der lockere und unterhaltsame Schreibstil – ein paar tolle Lesestunden sind hier definitiv garantiert. Zwischendurch flachte die Spannung etwas ab und es war ziemlich vorhersehbar, wie die Geschichte endet – auch das Piper Rayne es echt bis zur letzten Seite ausgereizt hat, stellte mich auf eine wahre Geduldsprobe. Am Ende ist LESSONS FROM A ONE-NIGHT STAND aber einfach eine super schöne Lovestory mit Wohlfühlcharakter und dem berühmten „Hach“-Effekt. Wer lieber die deutsche Ausgabe lesen möchte kann dies natürlich gerne tun – diese wird unter dem gleichen Titel bei Forever by Ullstein verlegt.


 

Lessons from a one night stand Advice from a jilted bride The love hypothesis

 
Advice from a jilted bride

Im zweiten Teil der Baileys-Serie geht es um Brooklyn Bailey, die drittälteste der 9 Geschwister, die vor dem Altar stehen gelassen wird. Was einem wie die Hölle vorkommt, wird für Brooklyn die perfekte Chance auf einen Neuanfang. Zum Beispiel mit dem attraktiven neuen Nachbarn Wyatt Whitmore. Ich liebe den Schreibstil von Piper Rayne sehr, die Dialoge von Brooklyn und Wyatt sind super – oft zum Lachen, mal ernster, immer irgendwie mit einem Hoffnungsschimmer. Die Lovestory ist hier unkompliziert und ohne nötiges Drama, dafür werden andere ernste Akzente in der Handlung gesetzt – besonders im Hinblick auf Wyatts Leben. Es ist halt doch nicht immer alles Gold was glänzt und so manche Wahrheiten können mit viel Schmerz und Wut einhergehen. Auch die Charaktere habe ich sehr geliebt. Brooklyn neigt gerne mal dazu, sich klein zu machen, aber eigentlich ist sie viel stärker als sie glaubt. Wyatt dagegen ist selbstbewusst, charismatisch, aber kein Macho, sondern geht mit Brooklyn sehr liebevoll und besorgt um. Insgesamt eine tolle Lovestory, mit viel Humor und Emotionen, aber auch dem nötigen Ernst an den richtigen Stellen. Wie Band 1 werde ich ADVICE FROM A JILTED BRIDE vermutlich nicht ewig in Erinnerung behalten, aber für den Moment und einen verregneten Herbsttag ist dieses Buch perfekt. Die deutsche Ausgabe gibt es unter dem Titel Kisses from the guy next door bei Forever by Ullstein.

 
The Love Hypothesis

Für viele von euch ist THE LOVE HYPOTHESIS wahrscheinlich schon wieder ein alter Hut, aber können wir bitte trotzdem nochmal kurz über diese großartige Geschichte reden? Nach dem Prolog dachte ich mir: Das hier könnte eine wirklich gute Story werden. Nachdem ersten Kapitel wusste ich: Das wird nicht nur eine gute Story, das wird die ganz große Buchliebe. Und ich hatte Recht! Wie ich Olive und Adam geliebt habe – die beiden haben einfach mit jeder Seite mein Herz erwärmt und mich zum Lächeln gebracht. Olive, mit ihrer quirligen, sarkastischen, offenen Art, während Adam das komplette Gegenteil ist – verschlossen, bisschen grantig und unnahbar. Gleichzeitig merkt man, wie er in Olives Nähe anders ist, sich um sie kümmert und sorgt. Der ganze Verlauf und die Entwicklung ihrer Fake-Beziehung, wie sie miteinander umgehen und interagieren, waren so süß. Nichts wirkte gestellt, der Verlauf und das Tempo waren absolut realistisch. Das Buch besticht außerdem durch viel Humor, sodass ich oft lachen musste. Der ganze „Wissenschafts-Kram“ ergänzt die Story perfekt – und obwohl ich erst Angst hatte, ich würde nur die Hälfte verstehen, hat Ali Hazelwood das perfekte Maß gefunden, Olives Krebsforschung in die Geschichte zu integrieren. Ich konnte dieses Jahr schon viele gute Bücher auf meiner Gelesen-Liste verzeichnen. Aber kaum ein Buch hat mich so sehr geflasht wie THE LOVE HYPOTHESIS. Von daher ganz große Buchempfehlung! Auch hier gilt: Wer lieber die deutsche Ausgabe lesen möchte, findet diese unter dem Titel Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe beim Aufbau Verlag.

 

KANN MAN LESEN, MUSS MAN ABER NICHT

Finsternis

Ich bin ja ein bekennendes Stranger-Things-Fangirl und liebe die Serie sehr. Endlich habe ich mit FINSTERNIS geschafft, die Geschichte über Hopper zu lesen. Aber, nun ja, wie schon beim ersten Buch über Elfi und Dr. Brenner war nicht alles rund. Man begleitet Detective James Hopper in New York im Jahr 1977, wo er für das Morddezernat arbeitet und gemeinsam mit seiner neuen Partnerin an den Kartenmorden ermittelt. Ich hatte jedoch zunächst Schwierigkeiten mit der Handlung – denn für mich kam einfach keine Spannung auf und der Start war wirklich mühsam und zäh. Die zweite Hälfte dagegen war wirklich super spannend und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Es war interessant zu sehen, was es mit den Morden auf sich hat, wie alles zusammenhängt und der Autor einen immer wieder versucht auf die falsche Fährte zu locken. Allerdings: Die auf dem Cover groß angekündigte „Wahrheit über Jim Hopper“ erfährt man hier nicht. Es ist einfach ein Krimi, der keinerlei Verbindung zu Stranger Things aufweist, außer dass Hopper Elfi diese Geschichte als Teil seiner Vergangenheit erzählt. Warum Hopper so ist wie er ist – nämlich oft verbittert und nur schwer aus der Reserve zu locken – erfährt man nicht wirklich. Auch die restlichen Figuren in New York sind x-beliebig, ohne richtigen Tiefgang. Insgesamt also ein solider Krimi, der mir erst in der zweiten Hälfte viel Spaß gemacht hat, aber mit der Serie Stranger Things an sich so gut wie nichts zu tun hat.

 

Stranger Things. Finsternis Die Betrogene

 
Die Betrogene

Ich weiß nicht so richtig, ob ich DIE BETROGENE von Charlotte Link mochte oder nicht. Die erste Hälfte hatte ich sehr mit dem Buch zu kämpfen, da sich die Spannung nur sehr langsam aufbaut und vieles auf der Stelle tritt. In der zweiten Hälfte nimmt die Spannung zu und ab einem gewissen Punkt konnte ich eigentlich nicht mehr aufhören zu lesen. Aber ehrlich Leute, diese Längen in der Handlung! Es gibt einfach immer wieder Szenen, die zu langatmig sind, nichts zur Story beitragen und die teilweise einfach überflogen habe. Das hat meiner Euphorie oft so einen Dämpfer verpasst. Protagonistin Kate Linville ist zwar unscheinbar und zutiefst einsam, aber trotzdem eine super Ermittlerin. Sie ermittelt hier eher privat, da der Mord an ihrem Vater nicht in ihrem Zuständigkeitsbereich liegt, aber sie ist trotzdem scharfsinnig und klug genug, um ihre eigenen Antworten auf so viele Fragen zu finden. Parallel verläuft die Handlung um Jonas Crane, Drehbuchautor und einem Burnout nahe. Er nimmt sich eine Auszeit mit seiner Familie, ohne zu wissen, dass das abgelegene Ferienhäuschen der perfekte Ort für einen Täter auf der Flucht ist. Wie hängt das alles zusammen? Das Ende und die Auflösung sind erst spät klar, sodass man lange im Dunkeln tappt, wer denn nun der Täter ist. Aber den großen Aha-Effekt hatte die Auflösung dann leider auch nicht. Am Ende zwar ein netter Krimi, der mit einer tollen Idee und cleveren Umsetzung aufwarten kann, aber wegen der vielen unnötigen Längen und der nur bedingt überzeugenden Auflösung Punktabzug bekommt.

 

EIN SATZ MIT X…

Das Biest in ihm

Das Biest in ihm

In den Disney Villains wird jetzt also erklärt warum und wie die Bösen zu den Bösen geworden sind. Ich habe die Reihe mit DAS BIEST IN IHM gestartet. Ich glaube, am meisten störte mich, dass einiges von der eigentlichen Story abweicht (selbst teilweise die Namen. Ja, im englischen mögen sie so heißen, aber im deutschen ist Mrs. Potts nun mal als Madame Pottine bekannt). Auch fehlte mir die Tiefe, von dem „psychologischen Roman“, wie es im Klappentext steht, ist dieses Buch weit entfernt. Dadurch, dass die Story kurz vor der Verwandlung spielt erfährt man auch nicht wirklich, warum der Prinz so ein egoistischer, zorniger Mensch geworden ist. Man erfährt nur, warum er zum Biest wurde, sodass mir die Story recht eindimensional vorkam. Aber weil ich es als absolutes Disney-Kind theoretisch ganz spannend finde, mehr über die Bösen zu erfahren, werde ich mir noch einen anderen Teil der Reihe besorgen und schauen, ob dieser mich etwas mehr überzeugen kann.

 
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