Liebesromane, Rezensionen

Rezension | Samantha Young – Boston Nights. Wahres Verlangen

Boston Nights
Rezensionsexemplar  

Nicht nur die Welt, sondern das gesamte Universum hat sich gegen sie verschworen. Auf jeden Fall kommt es Ava so vor. Denn ihr Sitznachbar ist der arrogante Schotte, der sie am Flughafen fast über den Haufen gerannt hat. Während des Fluges wünscht sie sich noch Abstand, doch abends im Hotelzimmer kann sie Caleb nicht nah genug sein. Dennoch ist sein Angebot, eine lockere Affäre zu beginnen, mehr als unverschämt. Empört lässt Ava ihn abblitzen. Als sie ihm erneut über den Weg läuft, muss sie immer noch an den besten One-Night-Stand ihres Lebens denken. Warum also nicht Calebs Vorschlag zustimmen und unverbindlichen Spaß haben. Immerhin besteht nicht die Gefahr, ihr Herz zu verlieren, oder?

– Mira Taschenbuchverlag


 

GEDANKEN ZU „BOSTON NIGHTS. WAHRES VERLANGEN“

Mit Ava und Caleb hat Autorin Samantha Young zwei sehr schwierige und komplexe Charaktere geschaffen, die beide von ihrer Vergangenheit geprägt sind. Schnell stecken sie den jeweils anderen in eine Schublade und obwohl sie sich nicht leiden können, herrscht zwischen ihnen definitiv eine sexuelle Anziehung. Trotzdem war BOSTON NIGHTS. WAHRES VERLANGEN am Ende nicht unbedingt mein Buch.

 

Man hat gewonnen, wenn man erkennt, dass einen jeder verletzen kann, sogar diejenigen, von denen man es am wenigsten erwarten würde. Wenn einem das bewusst ist, liegt man nie lang genug am Boden, um zu verlieren. – S. 83

 

Der erste Punkt, warum ich die Geschichte nicht wirklich mögen konnte, war Caleb. Die ganze Geschichte über bin ich nicht warm mit ihm geworden. Er ist überheblich und arrogant. Zwar gab es im Verlauf ein paar Szenen, in denen er freundlicher und angenehmer wurde, aber immer, wenn man denkt, jetzt könnte man ihn mögen, wird er wieder zu dem Arsch, der er schon die ganze Zeit über ist. Während der letzten 20 % des Buches erfährt man, was Caleb in der Vergangenheit passiert ist. Auch wenn dies in gewisser Weise traurig ist, rechtfertigt dies für mich nicht sein Verhalten Ava gegenüber, denn er hat sie besonders am Schluss wirklich übel verletzt.

Ava dagegen baute mehr Sympathie bei mir auf. Aufgewachsen mit zwei verantwortungslosen Eltern und nach einer miesen Trennung, wurde sie immer nur auf ihr Äußeres reduziert. Ihr wurde ihr Leben lang weiß gemacht, sie sei nichts weiter als eine schöne Hülle. Auch wenn das im ersten Moment klischeehaft klingt – zierliche, blonde, schlanke Frau mit großen Brüsten – so zeigt die Autorin am Beispiel von Ava doch sehr deutlich, wie Frauen in der Gesellschaft sexualisiert werden. Und trotzdem ist Ava immer stark und widerstandsfähig geblieben.

 

Wir alle fürchten uns vor irgendetwas. Doch es ist unsere Entscheidung, ob wir standhalten und gegen diese Angst ankämpfen, oder ob wir flüchten und uns vor ihr verstecken. – S. 356

 

Und dann war es die Geschichte selbst, die mich nicht packen konnte. Vielleicht hätte sie besser funktioniert, wenn ich auch Calebs Sicht bekommen hätte. Vielleicht hätte ich ihn dann besser verstanden und hätte ihn mehr mögen können. Und vielleicht hätte sie auch besser funktioniert, wenn man diese gegenseitige Abneigung nicht von Sekunde eins an gespürt hätte. Es kann schon sein, dass man eine Person nicht mögen muss, um mit ihr im Bett zu landen. Aber dadurch, dass die gegenseitige Antipathie immer so präsent war, war es sehr schwer, auch nur irgendeine Form von Emotionen, Gefühlen oder Leidenschaft zu spüren. Selbst dann nicht, als sie langsam beginnen sich anzunähern. Auch die Handlung konnte mich nicht packen, da es ab einem gewissen Punkt immer dasselbe war.

Dennoch hatte ich einen Lieblingsaspekt in der Geschichte. Und zwar die Freundschaft zwischen Ava und Harper. Diese emotionale Bindung zwischen ihnen, die uneingeschränkte gegenseitige Unterstützung und ihre bedingungslose Liebe zueinander hat mich sehr berührt und war das einzige, was mich wirklich überzeugt hat.

 

KURZ & KNAPP

Ich glaube, dass die wahren Samantha Young Fans BOSTON NIGHTS lieben werden. Für mich war es das erste Buch der Autorin und funktionierte leider nicht. Angefangen bei dem unsympathischen Protagonisten Caleb bis hin zur fehlenden Leidenschaft und nicht vorhandenen Gefühlen. Zwar mochte ich die Freundschaft zwischen Ava und Harper, aber der Rest der Handlung konnte mich leider nicht packen.


Bibliografie
Mira Taschenbuchverlag – ET: Dezember 2019 – 352 Seiten – Einzelband – Klappenbroschur – 14,00 EUR
Originaltitel: Fight or flight – übersetzt von Nicole Hölsken

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