Rezension, Romane & Liebesromane

Dani Atkins – Sieben Tage voller Wunder

Beim Check-in hat Hannah ihn zum ersten Mal gesehen: Logan mit den unglaublich grünen Augen. Ist es Schicksal, dass er sich im Flugzeug neben sie setzt, kurz bevor die Maschine wie ein Stein vom Himmel fällt, mitten in Kanadas endlose winterliche Wildnis und das eisige Wasser eines Sees? Wie durch ein Wunder kommen Hannah und Logan bei dem Flugzeugabsturz mit dem Leben davon, doch die nächsten Tage verlangen ihnen das Äußerste ab, vor allem, als mit jeder Stunde, die vergeht, die Hoffnung auf Rettung schwindet. In der verschneiten kanadischen Wildnis kämpfen sie ums Überleben. Wird ihnen gemeinsam gelingen, woran ein Einzelner scheitern muss?
 

MEINE MEINUNG

Ich glaube, dass jeder Mensch es in sich hat, zu seinem eigenen, persönlichen Helden zu werden und sich selbst zu retten, wenn sonst nichts anderes mehr möglich ist. S. 223

Es ist eine der schlimmsten Situationen, die man sich vorstellen kann und eigentlich ist diese Handlung alles andere als geeignet für eine Liebesgeschichte. Und trotz des Dramas ist es Dani Atkins gelungen, eine Liebegeschichte zu schreiben, die mitreißend, gefühlvoll und berührend ist.

Die Handlung an sich ist ziemlich überschaubar und relativ kurz, nämlich – wie der Titel verrät – genau sieben Tage. Wenn man Bücher der Autorin bereits kennt, weiß man auch, dass man ziemlich schnell in die Handlung geworfen wird. „Sieben Tage voller Wunder“ hat mich schnell in den Bann gezogen. Es ist ein bisschen schwierig zu beschreiben und vermutlich klingt das jetzt verrückt. Aber ich hatte die ganze Zeit irgendeine Vorahnung, wie der Handlungsverlauf aussieht, sodass ich im ersten Moment dazu neigte, das Buch als vorhersehbar einzustufen. Gleichzeitig wusste ich trotzdem nicht so genau, was wirklich passiert, denn irgendeine Wendung kam immer. Es ist eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, in der man aber die Hochs und Tiefs, die Verzweiflung und die zarte und langsame Annäherung miterlebt.

Hannah und Logan waren zwei Charaktere, bei denen ich gespaltene Gefühle hatte. Hannah wirkte unsicher, naiv und macht sich selbst schlechter, als sie ist. Etwas nervenaufreibend waren auch ihren ständigen Gedanken an ihren Ex-Freund. Logan war schon zu gut, um wahr zu sein und nahezu perfekt gezeichnet. Er hatte immer eine Lösung, war nett und fürsorglich. Während Hannah manchmal drohte den Verstand zu verlieren, machte er die ganze Situation für beide etwas erträglicher. Hannah selbst konnte mich leider nicht ganz berühren. Logan hat sich dabei schon mehr in mein Herz geschlichen und auch wenn er teilweise zu perfekt und übertrieben dargestellt wurde, mochte ich seinen Optimismus.

Das Ende hat mich erst ziemlich enttäuscht zurückgelassen, was mich zu dem bereits erwähnten Punkt bringt, dass man irgendwie die ganze Zeit eine Vorahnung hat. Und das es genau wie meine Vorahnung gekommen ist, war ziemlich ernüchternd. Mit dem Epilog hat mich Dani Atkins aber überrascht und kleines bisschen wieder gut gemacht.

 

ZUSAMMENFASSEND

Nachdem mich „Die Nacht schreibt uns neu“ leider nicht überzeugen konnte, hat mich Dani Atkins mit ihrem aktuellen Roman wieder gepackt. Die Handlung ist eigentlich gruselig, aber hat mich sehr schnell in den Bann gezogen. Die Charaktere konnten mich zwar nicht wirklich oder nur bedingt überzeugen, weswegen es auch Punktabzug gibt. Dafür war der Schreibstil und die Geschichte an sich berührend und gefühlvoll. „Sieben Tage voller Wunder“ ist nur 240 Seiten lang, aber manchmal reicht das trotzdem für eine wirklich schöne und ungewöhnliche (Liebes-) Geschichte.

4/5 Punkte


LITERARISCHE INFOS

Knaur Verlag | Oktober 2017 | 240 Seiten | Einzelband | Taschenbuch | 9,99 EUR
Originaltitel: Perfect strangers | übersetzt von Sonja Rebernik-Heidegger

1 thought on “Dani Atkins – Sieben Tage voller Wunder

  1. Liebe Ela,

    eine sehr schöne Rezension von dir und ich kann dir wirklich in allen Punkten zustimmen. Auch mich konnten Logan und Hannah nicht ganz erreichen. Mich hat es beim Lesen manchmal sehr gestört, dass sich Hannah hinter der Tatsache versteckt hat, dass sie ein Stadtkind ist. Also was ich damit sagen will: Sie hat immer Logan alles machen lassen, und nur selten selber angepackt. Aber viel mehr hat mich dieses Naive gestört, dass man sie immer erst genau daraufhinweisen soll, warum sie das und das macht. Ein ganz besonderes Beispiel war die erste Schlafsituation. Weißt du welche Szene ich meine? Dinge, die für mich absolut offensichtlich waren, aber Hannah brauchte da immer etwas länger 😉 Naja und ein bisschen mehr Hintergrundinfos zu Logan hätte ich mir auch gewünscht. Ansonsten gefiel mir das Buch aber gut.

    Ich habe deine Rezi übrigens in meiner verlinkt, einfach, weil ich sie so auf den Punkt gebracht fand ^^ ich hoffe es ist okay für dich 😉 Wenn nicht, einfach eine kurze Rückmeldung.

    Liebe Grüße,
    Caterina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*