Dani Atkins – Das Leuchten unserer Träume

Rezensionsexemplar

Sophie glaubt nicht, dass man nur mit seiner besseren Hälfte glücklich werden kann. Schließlich ist das Leben kein Memory-Spiel, bei dem es darum geht, Paare zu bilden. Ihre beste Freundin Julia versucht trotzdem immer wieder, sie zu verkuppeln – denn seit dem tragischen Tod ihres Bruders hält Sophie ihr Herz fest verschlossen. Als eines Nachts ein Feuer in Sophies Dachgeschosswohnung ausbricht, wird sie in letzter Sekunde von einem Passanten gerettet. Danach weicht Ben ihr praktisch nicht mehr von der Seite. Sophie spürt, dass er ein besonderer Mensch in ihrem Leben werden könnte, doch Ben verbirgt mehr als eine erschütternde Wahrheit vor ihr.
 

GEDANKEN ZU „DAS LEUCHTEN UNSERER TRÄUME“

Nach „Die Achse meiner Welt“ habe ich fast jedes ins Deutsche übersetzte Buch der Autorin gelesen. Mal gefielen sie mir mehr, mal weniger gut, aber nicht ein einziges kam für mich an das Debüt von Dani Atkins heran. Dennoch mag ich die Ideen hinter den Geschichten der Autorin, weswegen ich auch zu Das Leuchten unserer Träume“ gegriffen habe.

Dani Atkins hat in ihrem neuen Roman gut ausgearbeitete, starke und individuelle Charaktere geschaffen. Sophie lebt eher ruhig und zurückgezogen. Ihr Job als Übersetzerin hilft ihr dabei, diesen eher introvertierten Lebensstil zu führen. Die Gründe dafür waren für mich auch sehr nachvollziehbar. Und selbst wenn es nicht dieses einschneidende Erlebnis gegeben hätte, der sie zu diesem Lebensstil führte, hätte ich ihn verstanden, denn nicht jeder ist für ständige Gesellschaft und Partys gemacht. Ben ist eigentlich viel zu perfekt, um wahr zu sein und wurde zunächst auch mit Absicht von der Autorin so gezeichnet. Er ist lebenslustig, sanft, freundlich und beschützend. Gleichzeitig war genau diese perfekte Charakterzeichnung aber auch verdächtig für mich. Nach und nach kommt man hinter die Geheimnisse von Ben und es zeigt sich, dass auch er auch einige Schwächen hat. Besonders die Entwicklung von Sophie mochte ich sehr, wie sie langsam anfängt Vertrauen zu fassen und wie ihr Selbstschutz zu bröckeln beginnt. Aber nicht nur Ben und Sophie, sondern auch deren Freunde spielen eine Rolle, die oft für leichte Momente sorgen.
 

Wir waren wie Tag und Nacht. Er war mutig, ich war ängstlich; er war ein Optimist, ich war eine Pessimistin; er war immer impulsiv, ich plante stets alles bis ins kleinste Detail. Es war als stünden wir an einer Weggabelung – Ben im „Jetzt“ und die mir bekannte Sophie im „Damals“. Und plötzlich wusste ich, welchen Weg ich einschlagen wollte.
S. 331

 

Dani Atkins startet das Buch mit einer großen, alles verändernden, dramatischen Szene und stellt einem damit gleichzeitig die Charaktere Sophie und Ben vor. Dann beruhigt sich die Geschichte wieder, verläuft eher ruhig und langsam, bis in der zweiten Hälfte wieder viel Spannung und eine Menge Emotionen auftauchen. Der Twist und das Mysterium um Bens Geheimnisse waren für mich sehr vorhersehbar. Dani Atkins versucht den Leser zwar immer wieder in eine andere Richtung zu lenken, aber letztlich ist es genauso gekommen und waren es genau die Geheimnisse von Ben, die ich von Anfang an in Verdacht hatte. Trotzdem störte mich dieser Mangel an Überraschungen gar nicht, denn ich war sehr gefangen von der Geschichte, von der Reise und den Entwicklungen, die Sophie und Ben machen.

„Das Leuchten unserer Träume“ ist nach „Die Achse meiner Welt“ das erste Buch der Autorin, dass mich wieder wirklich begeistern und auch emotional erreichen konnte. Ich fand es bewegend, dramatisch, berührend, hoffnungsvoll und amüsant. Und dieses Buch ist voller Liebe – Liebe zu einer anderen Person, zu Freunden und zur Familie. Und es handelt davon, wie wir mit der Liebe zu all diesen Menschen umgehen. Jede einzelne Szene, jeden einzelnen Moment hat Dani Atkins dabei gut in die Geschichte integriert und alle Themen mit großer Sensibilität und genügend Tiefe ausgearbeitet. Am Ende war ich so gefangen und mitgenommen, dass sogar ein paar Tränen geflossen sind.
 

KURZ & KNAPP

„Das Leuchten unserer Träume“ konnte mich emotional bewegen und berühren. Es geht um die Liebe in allen möglichen Formen und besticht vor allem durch Sensibilität und Tiefe. Zwar gab es kaum Überraschungen, dennoch habe ich die Reise und die Entwicklung von Ben und Sophie sehr gerne gelesen und konnte mich problemlos in diese Geschichte fallen lassen. Nach „Die Achse meiner Welt“ eine große Leseempfehlung.

Overall
4.8
  • Umsetzung
  • Schreibstil
  • Charaktere
  • Emotionen

{Werbung} Infos zum Buch:
Knaur Verlag // ET: Oktober 2018 // 448 Seiten // Einzelband // Taschenbuch // 9,99 EUR
Originaltitel: This Love // übersetzt von Sonja Rebernik-Heidegger

3 Kommentare bei „Dani Atkins – Das Leuchten unserer Träume“

  1. Dia dhuit, Ela.
    Boy meets girl (oder wie auch immer die Vatiation sein mag) dürfte nach dem frühen Jagerlatein die älteste Story der Menschheit sein. Den Reiz haben Liebesgeschichten aber nie verloren (gut, es kommt drauf an Wer sie Wie erzählt!). Wohl auch, weil jede Generation ihre eigenen sucht.

    Stimmt, der introvertierte Mensch möchte nur ungern sein Innenleben mit anderen Teilen. Einfach, weil darin so viel „Innen“ steckt, das man/frau nicht jedem auf Papptellern servieren will.

    Wann immer uns eine Geschichte, mit mögbaren Charakteren, gut erzählt wird, stören wir uns nicht wirklich daran, dass sich zwei Liebende zuletzt – & wie erwartet – kriegen.

    bonté

  2. Hey Ela,

    Also mit deiner Rezension hast du mich wirklich überzeugt, dass ich dieses Buch lesen sollte. Ich habe ja bisher alle Bücher der Autorin entweder gelesen oder gehört, aber ich fand leider, dass sie von Buch zu Buch immer mehr nachgelassen hatte. Das hier klingt jetzt wirklich wieder nach einem schönen Buch bei dem es sich lohnt. Im Moment stehe ich sowieso total auf solche Geschichten. 🙂
    Danke dafür.

    Liebe Grüße, Lotta

    1. Liebe Lotta,
      ich kann dich verstehen – mich konnte auch kein Buch von Dani Atkins mehr wirklich überzeugen. Aber ich glaube bzw. hoffen, dass dir dieses hier Gefallen wird. Ganz viel Spaß beim Lesen.

      Viele Grüße, Ela

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