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Rezension | Lucy Clarke – Der Sommer, in dem es zu schneien begann

Der Sommer, in dem es zu schneien begann

Eva wollte immer gemeinsam mit ihrem Mann dessen Heimat Tasmanien besuchen. Doch als Jackson nach einem Bootsausflug nicht mehr zurückkehrt, beschließt sie, allein dorthin zu reisen. Sie hofft, in dieser schweren Zeit bei seinen Verwandten Trost zu finden. Doch so bezaubernd die australische Insel ist, so abweisend verhält sich Jacksons Familie. Warum nur wollen sein Vater und sein Bruder partout nicht über ihn sprechen? Auf Eva warten schockierende Wahrheiten, die sie zu einem schicksalhaften Sommer in der Vergangenheit führen – dem Sommer, in dem es zu schneien begann.

– Piper Verlag

 

GEDANKEN ZU “DER SOMMER, IN DEM ES ZU SCHNEIEN BEGANN“

In DER SOMMER, IN DEM ES ZU SCHNEIEN BEGANN beobachtet zunächst wie Eva mit der Trauer und dem Verlust ihres Mannes umgeht, ehe sie beschließt nach Tasmanien zu reisen. Dort will sie endlich Jacksons Familie kennenlernen, um mit ihnen zusammen zu trauern. Dort angekommen erfährt Eva allerdings nach und nach, dass das Leben ihres Mannes auf einem Lügengerüstbasierte, das nun zusammenzubrechen droht. Das Buch ist ein spannender Pageturner, den ich nicht aus der Hand legen konnte, weil ich unbedingt wissen wollte, was damals passiert ist. Dabei ist die Geschichte so gefühlvoll, voller Verzweiflung und gleichzeitig durchzogen von Hoffnung. An einigen Stellen ist die Geschichte vorhersehbar, aber bevor es droht langweilig zu werden, trumpft die Autorin mit einigen Überraschungen auf, bevor das Buch mit einem für mich zufriedenstellenden Ende und einem kleinen Hoffnungsschimmer für Eva endet.

 

Das Leben hat die Neigung, dich auf unerwartete Pfade zu führen – und dann schaust du dich plötzlich um und fragst dich, wie, zum Teufel, du dort gelandet bist. – S. 309

 

Die Charaktere wurden von der Autorin gut ausgearbeitet. Eva ist eine sehr sympathische Protagonistin, mit der ich die ganze Zeit mitgefühlt habe. Sie war eine lebensfrohe und glückliche Person. Nach dem Tod von Jackson wird sie sehr nachdenklich und als sie erfährt, dass Jackson gelogen hat, stellt sie verständlicherweise alles in Frage. Jacksons Lügen basieren auf einer Fehlentscheidung, als er 15 Jahre alt war. Wenn Eva von ihm erzählte, wirkte er immer so liebevoll. Und ich fragte mich die ganze Zeit, warum er gelogen hat und was passiert ist. In Tasmanien lernt Eva unter anderem Jacksons Bruder Saul kennen, der mir ebenfalls sehr sympathisch war. Anfangs war er sehr distanziert und schon fast abweisend zu Eva und eigentlich will er sie auch nicht da haben. Trotzdem verbringt er Zeit mit ihr, was daran liegt, dass Eva nicht locker lässt. Das fand ich toll, weil sie trotz allem versucht stark zu sein und einfach mehr über ihren Mann und seine Familie erfahren will. Im Verlauf wird Saul netter und sympathischer.

Lucy Clarke hat einen schönen und gefühlvollen Schreibstil, der mich das Buch im Eiltempo durchlesen ließ. Das Buch wird aus der dritten Sicht geschrieben, meistens steht dabei Eva im Vordergrund, selten Jacksons Bruder Saul oder sein Vater Dirk. Immer wieder gibt es Abschnitte die in kursiver Schrift gedruckt sind und die aus Jacksons Sicht erzählen. Dabei erinnern diese Abschnitte allerdings eher an Tagebucheinträge, die einen langsam an die Wahrheiten heranführen. So wurde ein guter Spannungsbogen aufgebaut, da es immer etwas geheimnisvoll wirkte.

 

KURZ & KNAPP

Lucy Clarke hat mit ihrem Roman DER SOMMER, IN DEM ES ZU SCHNEIEN BEGANN einen spannenden Pageturner geschrieben, der mich mit der Protagonistin Eva mitfühlen ließ. Nach und nach kommen die Lügen von Ehemann Jackson zum Vorschein, bei denen man sich immer unwillkürlich fragt, warum er das getan hat und was in der Vergangenheit wirklich passiert ist. Ein wirklich gefühlvoller Schreibstil macht das Buch perfekt, bis man mit einem für mich zufriedenen Ende zurückgelassen wird.

5 Punkte


Bibliografie
Piper Verlag – ET: April 2015 – 400 Seiten – Einzelband – Klappenbroschur – 15,00 EUR
Originaltitel: A single breath – übersetzt von Claudia Franz
 
Ebenfalls von der Autorin rezensiert:
Das Haus, das in den Wellen verschwand // Die Bucht, die im Mondlicht versank // Das Haus am Rand der Klippen

8 thoughts on “Rezension | Lucy Clarke – Der Sommer, in dem es zu schneien begann

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