Rosie Walsh – Ohne ein einziges Wort

Rezensionsexemplar

Stell dir vor, du begegnest einem Mann, einem wundervollen Mann, und verbringst sieben Tage mit ihm. Am Ende dieser Woche bist du dir sicher: Das ist die große Liebe, und es geht ihm ganz genauso. Zweifellos. Dann muss er verreisen und verspricht dir, er meldet sich auf dem Weg zum Flughafen. Aber er ruft nicht an. Er meldet sich gar nicht mehr. Deine Freunde raten dir, ihn zu vergessen, doch du weißt, sie irren sich. Irgendetwas muss passiert sein, es muss einen Grund für sein Verschwinden geben. Und nun stell dir vor, du hast recht. Es gibt einen Grund, aber du kannst ihn nicht ändern. Denn der Grund bist du.
 

GEDANKEN ZU „OHNE EIN EINZIGES WORT“

Rosie Walsh hat ihre Geschichte um Sarah und Eddie in drei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil, der gut knapp die Hälfte des Buches ausmacht, haben wir zwei Handlungsstränge bestehend aus Vergangenheit und Gegenwart. So erfährt man einerseits, wie Eddie und Sarah sich kennengelernt und die 7 Tage miteinander verbracht haben und andererseits wie es Sarah geht, nachdem Eddie plötzlich wie vom Erdboden verschwunden ist. Teil 2 und 3 konzentrieren sich dann ausschließlich auf die Gegenwart und den weiteren Verlauf, nachdem Sarah den Grund für Eddies Verschwinden herausgefunden hat.

Die Autorin führt einen hier ziemlich geschickt auf die falsche Fährte. Ich konnte mir ziemlich schnell denken, aus welchen Gründen Eddie sich nicht mehr meldet. Die genauen Details haben mich dann aber überrascht. Meine Vermutung ging zwar in die richtige Richtung, war aber dann doch etwas anders. Diesen Kniff hat die Autorin geschickt umgesetzt, sodass man als Leser zunächst einen vollkommen falschen Eindruck von Eddie vermittelt bekommt.
 

Wenn du mich fragst, ist Liebe keine gewaltige Explosion. Nichts Dramatisches, alles Verschlingendes oder sonst was von den albernen Vergleichen, die Schriftsteller und Sänger so gerne benutzen. Aber ich glaube ganz sicher, wenn man es weiß, weiß man es.S. 236

 

Der erste Teil war mir zugegeben teilweise schon etwas zu schnulzig (und das sage ich als absolut bekennende Liebesroman-Leserin). Außerdem war die Geschichte von Sarah und Eddie jetzt für mich nichts Außergewöhnliches, sondern eher wie eine ganz normale Lovestory, wie man sie schon unzählige Male gelesen hat. Womit Rosie Walsh aber ganz klar punkten kann sind Emotionen und Tiefgründigkeit. Hat man den ersten Teil erst einmal fertig, erwartet den Leser nämlich eine doch sehr aufwühlende Thematik, in der Vergebung (und noch ein paar weitere Themen, die aus Spoilergründen nicht weiter erwähnt werden) eine große Rolle spielt.

Gesamt gesehen ist „Ohne ein einziges Wort“ ein Buch der ruhigeren Art, denn die Autorin räumt so ziemlich allem sehr viel Zeit ein – der Handlung, den Charakteren, dem Verlauf, den Gefühlen. Dadurch zieht sich das Buch aber auch manchmal etwas in die Länge und einiges war mir einfach zu detailliert beschrieben. Außerdem gab es leider viele Wiederholungen, auf die die Autorin auch hätte verzichten können. Das Ende war aber stimmig und ließ einen runden Eindruck zurück.
 

ZUSAMMENFASSEND

„Ohne ein einziges Wort“ ist ein solider Liebesroman, der mit einer aufwühlenden Thematik, dafür aber nicht ganz so spektakulären Lovestory aufwarten kann. Einige Stellen waren mir zu schnulzig und auch teilweise zu sehr in die Länge gezogen. Dafür punktet die Autorin auf ganzer Linie mit Emotionen, Tiefe und der einen oder anderen Überraschung. Gesamt gesehen gab es noch etwas an Luft nach oben, aber mindestens genauso viele Dinge konnten auch mich überzeugen. Ein Blick auf dieses Buch lohnt sich also trotzdem.


{Werbung} Infos zum Buch

Verlag: Goldmann Verlag
ET: Mai 2018
Seiten: 528
Reihe: Einzelband
Format & Preis: Taschenbuch – 9,99 EUR
Originaltitel: The man who didn’t call – übersetzt von Stefanie Retterbush

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Goldmann Verlag

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